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Altes Gemäuer neu belebt: die Densborner Wassermühle

Densborn. Besitzerin Anne-Marion Pothaar stellt am Pfingstmontag, dem Deutschen Mühlentag, ihre Densborner Wassermühle vor. Ab 10 Uhr können sich Gäste bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen oder Pizza und Brot aus dem Holzbackofen der Mühle informieren. Bei Führungen gibt es Einblicke in die Geschichte und die Technik der Mühle.

Densborn. Auch wenn es im Volkslied heißt "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach", stimmt das für die Densborner Wassermühle nur teilweise. Denn da klappert nichts, weil das Mühlrad sich ruhig dreht. Angetrieben vom Bachwasser treibt es im Innern der Mühle eine altertümlich anmutende, aber sehr effiziente Mechanik an. "Die Mühle ist voll funktionsfähig, treibt den Mühlstein zum Mahlen an und liefert unseren Strom", erklärt Anne-Marion Pothaar. Die Niederländerin, die in Belgien gelebt hat, ist seit 2008 Mühlenbesitzerin in der Eifel.
Rundgang am Mühlentag


Wie viel Geld sie investiert hat, verschweigt sie, "aber hier steckt nicht nur mein Geld, sondern ganz viel von mir selbst drin." Nun hofft sie auf Gäste aus den Niederlanden oder dem Kölner Raum. "Die können hier lernen, wie man Körner mahlt und Brot oder Pizza backt", erklärt Pothaar. Als Dekorateurin biete sie Kurse für Dekorationen an, so Pothaar. "Wir bieten auch geführte Wanderungen mit Eseln an, das hat schon fast therapeutische Wirkung", ergänzt die Müllerin. Zudem gibt es zwei Doppelzimmer und Campmöglichkeiten am Mühlenweiher.
Am Pfingstmontag, dem Deutschen Mühlentag, wird Klaus Lamberty, Enkel des letzten Müllermeisters Josef Knie, der 1961 den Mühlenbetrieb aufgegeben hat, die Geschichte und Technik der Mühle erklären. "Die Mühle war von 1908 an genau 100 Jahre im Besitz unserer Familie", sagt Lamberty. Er kennt das Anwesen von Kindesbeinen an und freut sich, "dass die Mühle jetzt wieder genutzt wird". Am Montag will er während 20-minütiger Rundgänge sein Wissen über die alte Mühle weitergeben.
Für die Zukunft der Mühle hat Pothaar einiges vor. Im Wald am Weiher soll ein Märchenwald entstehen, in Zusammenarbeit mit dem Densborner Kindergarten. Am Haupthaus wird ein Bistro angebaut, und aus dem ehemaligen Stall und Getreidelager wird ein Hofladen. AIX
Geöffnet hat die Densborner Wassermühle zukünftig an den Wochenenden für alle und auf Anfrage für Gruppen und Seminarteilnehmer.Extra

Die Kniemühle, so hieß die Mühle bei Einheimischen, benannt nach der Müllerfamilie Knie, die ab 1908 den Betrieb führte. Die Mühle stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ein genaues Baujahr kennt auch Klaus Lamberty nicht. Die Densborner Wassermühle war über Generationen Anlaufstelle für die Bauern der Umgebung. Sie ließen hier ihr Korn mahlen und konnten in der angeschlossenen Bäckerei Brot kaufen. AIX