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Kommunalpolitik
Wer folgt dem Dauerbürgermeister?

Neuer Chef für die VG-Verwaltung gesucht: Am 14. Januar entscheiden die Wähler, wer in Kelberg die Nachfolge von Karl Häfner antritt. TV-Foto: Stephan Sartoris
Neuer Chef für die VG-Verwaltung gesucht: Am 14. Januar entscheiden die Wähler, wer in Kelberg die Nachfolge von Karl Häfner antritt. TV-Foto: Stephan Sartoris FOTO: Stephan Sartoris / TV
Kelberg. 34 Jahre, so lange wie keiner seiner 33 Vorgänger, hat Karl Häfner (CDU) das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg inne gehabt. Vier Nachfolge-Kandidaten sprechen über die drängendsten Themen.

Viele Einwohner der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg haben nie einen anderen Bürgermeister erlebt als Karl Häfner. Kein Wunder, ist er doch bereits seit 1984 im Amt und damit der am längsten amtierende Verwaltungschef in der VG-Historie. Häfner  ist der 34. in der Serie der Amts- und Verbandsbürgermeister der VG Kelberg, beziehungsweise der vorher bestehenden Verwaltung seit dem Jahr 1800.

Die durchschnittliche Dienstzeit aller liegt bei sechs Jahren und fünf Monaten.

Die kürzeste Amtszeit hatte mit einem Monat Peter Lucas vom 20. August bis zum 14. September 1945. Mit rund 24 Jahren am längsten waren — vor Häfner — die Bürgermeister Metten (1814 bis 1838), Hirsch (1880 bis 1904) und Gräve (1921 bis 1944) im Amt. Von Häfners Amtsvorgängern leben noch Hans Baulig (1961 bis 1974) im bayrischen Marktbreit am Main sowie August Lorse (1974 bis 1984) im Dauner Stadtteil Weiersbach.

Wer wird die VG von Mitte 2018 an für acht Jahre führen? Darüber entscheiden rund 5900 Wahlberechtigte am 14. Januar. Vier unabhängige Bewerber, alle aus der VG, wollen die Nachfolge Karl Häfners antreten. Was sind für die Kandidaten die wichtigsten Vorhaben, die sie angehen wollen?

Hans-Peter Mendel (44) aus Kaperich ist stellvertretender VG-Wehrleiter und hauptberuflich Notfallsanitäter. Sein Thema Nummer 1 ist die Förderung von Jugend und Vereinen. „Wenn wir die Jugend wieder mehr vom Internet weg bekommen, sie wieder mehr zusammenkommt und sich engagiert, ist das auch ein Weg, die Landflucht zu verlangsamen.“ Thema Nummer 2 ist für ihn „das Schaffen von Arbeits- sowie Ausbildungsplätzen. Damit werden mehr junge Leute gehalten oder es kommen neue dazu.“

Guido Knipp (54) ist in Köln geboren, gelernter Schlosser, lebt seit 17 Jahren in der Eifel, seit 2014 in Kelberg. Er fasst seine Themen kurz und knapp zusammen: .„Ausbau der erneuerbaren Energien, A-1-Lückenschluss, Förderung der Jugend, bessere Busanbindung.“

Johannes Saxler (55) aus Kelberg-Köttelbach ist seit 1978 im Kelberger Rathaus beschäftigt, seit Oktober 1991 als Büroleiter. Für ihn stehen die Schulen in Kelberg und in Uersfeld ganz oben auf der Prioritäenliste. Begründung: „Hier verbringen unsere Kinder wichtige Jahre ihrer Schulausbildung. Deshalb bleibt es ständige Aufgabe der Verbandsgemeinde, als Schulträger dafür zu sorgen, dass den Schülern und den Lehrern optimale Arbeitsbedingungen zur Verfügung stehen.“ Ein weiteres wichtiges Feld ist für ihn die Unterstützung der bestehenden und die Ansiedlung neuer Unternehmen. „Davon profitieren alle. Einerseits werden wohnortnahe Ausbildungs- und Arbeitsplätze erhalten oder geschaffen. Andererseits stehen Gewerbesteuereinnahmen zur Finanzierung von notwendigen und zukunftsträchtigen Investitionen, zum Beispiel in den Bereichen der Feuerwehren und des Tourismus, zur Verfügung.“

Thomas Brost (52) arbeitet als Fachbereichsleiter in der Verwaltung der VG Obere Kyll in Jünkerath. In der Kommunalpolitik hat er sich als Ortsbürgermeister seines Wohnorts Berenbach (1994 bis 2014) und viele Jahre als Mitglied und Vorsitzender der CDU-Fraktion im VG-Rat Kelberg, engagiert. Er will, dass sich die VG so schnell wie möglich stärker als bisher mit dem demografischen Wandel befasst. Zu den konkreten Aufgaben gehören aus seiner Sicht die Dorfinnenentwicklung, Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, Stärkung des Vereinslebens, Planung und Schaffung neuer Wohnformen für alte und junge Menschen, Mobilität sowie Erhalt des Bildungswesens vor Ort. „Ein Programm, wozu derzeit in der VG Kelberg wenig oder zum Teil noch gar nichts konzeptionell erarbeitet oder gar umgesetzt ist“, sagt Brost. Ein weiteres Handlungsfeld ist für ihn eine moderne Ausrichtung der Verwaltung. Dazu gehörten unter anderem die Einrichtung eines „echten Bürgerbüros“ und die Einführung eines Ratsinformationssystems. Beides ist für ihn wichtig, damit die VG „in den nächsten acht Jahren in eine gute Ausgangsposition gebracht werden kann, damit diese überlebt.“ Zur Bewältigung dieser Aufgaben will Brost eine Stabsstelle einrichten.

Neuer Chef für die VG-Verwaltung gesucht: Am 14. Januar entscheiden die Wähler, wer in Kelberg die Nachfolge von Karl Häfner antritt.
Neuer Chef für die VG-Verwaltung gesucht: Am 14. Januar entscheiden die Wähler, wer in Kelberg die Nachfolge von Karl Häfner antritt. FOTO: Stephan Sartoris / TV