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Bildung
Von Arabisch bis Yoga reicht das Angebot

Von Brigitte Bettscheider. An der Volkshochschule (VHS) der Stadt Daun werden pro Jahr mehr als 200 Kurse gehalten. Also viel zu tun für Renate Fuchs und Sandra Becker.

Zimmer 209, Rathaus Daun: Beide Schreibtische sind mit der Geschäftsführerin Renate Fuchs und ihrer Mitarbeiterin Sandra Becker besetzt. E-Mails sind zu beantworten, Anmeldungen telefonisch entgegenzunehmen. Zwei Besucher sind angekündigt: Ein Dozent möchte seinen Kurs abrechnen, ein anderer möchte ein neues Kursangebot machen. Statistiken müssen geführt, Prüfberichte geschrieben werden. Und auch wenn es bis zum Start des neuen Studienjahrs noch sechs Monate dauert – es werden schon Ideen gesammelt, Programmvorschläge ausgearbeitet, neue Veranstaltungsorte erwogen.

 Nur ein Mal in der Woche – donnerstags vormittags – sind Renate Fuchs und Sandra Becker zusammen in der VHS-Geschäftsstelle anzutreffen. Der pädagogische Leiter Gottfried Willems komplettiert die „Mannschaft“. Der pensionierte Oberstudienrat hatte das Ehrenamt 2016 von Heinz Mengelkoch übernommen. „Und gleich die Neuigkeit erfahren, dass Christa Franzen, die bis dahin erste und einzige Geschäftsführerin der VHS Daun, ihre Stelle aufgibt“, erinnert sich Willems.

Zwar war Christa Franzen in den Jahren davor stundenweise von Renate Fuchs und Sandra Becker unterstützt worden. So war der Verwaltungsfachangestellten Renate Fuchs (Ulmen) und der gelernten Industriekauffrau und als Schulsekretärin in Wallenborn und Üdersdorf tätigen Sandra Becker (Oberstadtfeld) das Arbeitsfeld der VHS nicht ganz neu. „Aber wir waren schon vor dem Weggang von Christa Franzen am Limit angelangt, was die Arbeitszeit betrifft“, räumt der pädagogische Leiter ein.

Dabei steht die VHS Daun gut da: Im Jahr 2010 war an der 1969 gegründeten Einrichtung die 3000er-Marke an Unterrichtsstunden pro Jahr erstmals überschritten und seither auf mehr als 3500 (2017) gesteigert worden.

Im laufenden Studienjahr geben etwa 50 freiberufliche Dozenten mehr als 200 Kurse aus den Bereichen Politik/Gesellschaft/Umwelt, Kultur/Gestalten, Gesundheit/Ernährung, Arbeit/Beruf sowie Sprachen, und sie leiten Studienreisen.

„Hier sind kreatives und selbstständiges Arbeiten gefragt“, erklären Renate Fuchs und Sandra Becker und sagen übereinstimmend: „Das gefällt uns.“

Bei allem Positiven steht auf der Wunschliste des Leiters, dass das Stundenkontingent der beiden Verwaltungsfachkräfte angehoben wird und dass die Zuschüsse, die die VHS vom Land Rheinland-Pfalz und der Verbandsgemeinde Daun erhält, angepasst werden. Unabdingbar für die Leistungsfähigkeit der VHS sei, dass der Landkreis Vulkaneifel die Kursräume kostenlos zur Verfügung stelle und örtliche Banken und Firmen die VHS etwa beim Druck der Programmbroschüre unterstützten, erklärt der pädagogische Leiter.

„Das Arbeitszeitproblem bei der VHS ist bekannt“, sagte Stadtbürgermeister Martin Robrecht auf Anfrage dem Trierischen Volksfreund. „Wir arbeiten an einer Lösung, die, wenn der Stadtrat dies akzeptiert, aber erst im kommenden Jahr greifen kann.“