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Angehende Lehrer lernen das Lehren

Auch das Unterrichten will gelernt sein: Die angehenden Pädagogen lernen es im Ausbildungszentrum in Daun. Foto: istock/Jiri Kabele
Auch das Unterrichten will gelernt sein: Die angehenden Pädagogen lernen es im Ausbildungszentrum in Daun. Foto: istock/Jiri Kabele
Bevor sie Schülern ihr Wissen vermitteln, müssen angehende Lehrer noch einmal die Schulbank drücken. Seit Februar können das Referendare auch in Daun. In der Teildienststelle in der Freiherr-vom-Stein-Straße geben ihnen gestandene Lehrer Tipps für das Unterrichten. Von unserem Redaktionsmitglied Anke Scholz

Daun. Als Jasmin Schinabeck erfuhr, dass sie ihre Ausbildung zur Lehrerin in Daun absolvieren würde, war die 26-Jährige zunächst geschockt. "Ich dachte, die Vulkaneifel sei das Ende der Welt", sagt die Referendarin für Deutsch und Englisch am Martin-von-Cochem-Gymnasium in Cochem und lacht. Das habe sich nach den ersten Tagen in der Teildienststelle Daun des staatlichen Studienseminars für das Lehramt an Gymnasien geändert. "Jetzt bin ich total glücklich, hier gelandet zu sein."

Bereits seit Februar lernen Jasmin Schinabeck und 39 weitere angehende Lehrer in der Dauner Teildienststelle das Unterrichten - offiziell eröffnet wird das Ausbildungszentrum am heutigen Mittwoch. In einem ehemaligen Internatsgebäude des Thomas-Morus-Gymnasiums (TMG) Daun, in dem sich zurzeit noch die Mensa für die Schüler der Ganztagsschule befindet, sind rund vier Seminarräume und eine Bibliothek eingerichtet. Bis die neue Mensa des TMG ihren Betrieb aufnimmt, weichen die Studienseminar-Teilnehmer noch auf Klassenräume aus.

Die angehenden Lehrer, darunter Referendare und Quereinsteiger, unterrichten bereits an Gymnasien in der Vulkaneifel, Bitburg, Prüm und Traben-Trarbach. Damit sie für den Unterrichtsalltag gerüstet sind, werden sie zwei Jahre lang in einem Studienseminar ausgebildet. Mehrmals in der Woche werden sie fachlich und pädagogisch von gestandenen Lehrern ausgebildet. Die Pädagogen geben Tipps aus dem Unterrichtsalltag und erklären, worauf die Nachwuchslehrer im Umgang mit den Schülern achten müssen. Bisher lag dafür in Trier die zentrale Stelle. Seit Anfang des Jahres gibt es nun zusätzlich eine Teildienststelle in Daun.

Nicht ohne Grund, wie Leiter Albrecht Petri erklärt: "Wir möchten jungen Menschen zeigen, dass man auch in der Eifel gut unterrichten kann." Bisher haben junge Lehrer eher Anstellungen in den Ballungszentren bevorzugt. Mit der Ausbildung in der Vulkaneifel soll ihnen nun das Unterrichten in der Vulkaneifel schmackhaft gemacht werden.

Bei Dominik Baudner hat das schon funktioniert. Der 28-Jährige ist Referendar für die Fächer Englisch und Deutsch am TMG in Daun. Er könnte sich generell vorstellen, auch nach der Referendariatszeit in der Eifel zu bleiben. "Das entspricht zwar nicht unbedingt meiner Lebensplanung, aber wenn es denn so wäre, könnte ich sehr gut damit leben", sagt er. Weil er in Daun unterrichtet, aber in Trier wohnt, hat er jeden Tag einen langen Anfahrtsweg. "Das ist aber kein Problem, weil wir Fahrgemeinschaften gebildet haben", erzählt er.

Auch Simone Kuntz ist zufrieden mit der Ausbildung am Dauner Studienseminar. Die Teildienststelle sei familiär, und auch der Unterricht als Referendarin am TMG mache ihr Spaß. Außerdem hätten die Schüler in der Vulkaneifel eine besonders gute Eigenschaft, erzählt Kuntz und schmunzelt: "Die Landkinder sind noch deutlich lieber als die Stadtkinder."