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Atempausen für eine bessere Pflege

Geschulte Kräfte: Diese zwölf Frauen haben sich unter Leitung von Gertrud Simoni (vorne rechts) für die Betreuung Demenzkranker im Kreis Daun qualifiziert.Foto: Brigitte Bettscheider
Geschulte Kräfte: Diese zwölf Frauen haben sich unter Leitung von Gertrud Simoni (vorne rechts) für die Betreuung Demenzkranker im Kreis Daun qualifiziert.Foto: Brigitte Bettscheider
DAUN. Entlastung für pflegende Angehörige: "Atempause" heißt das neue Angebot des Caritasverbands im Kreis Daun für Angehörige Demenzkranker. Zwölf Frauen haben sich unter Leitung von Gertrud Simonis qualifiziert, alte und verwirrte Menschen ab Januar stundenweise zu betreuen. ARRAY(0xbf417878)

"Atempause" - diese Bezeichnung hat Gertrud Simonis, Sozialpädagogin bei der Dauner Geschäftsstelle des Caritasverbands für die Region Westeifel, am besten gefallen, um das neue Angebot für pflegende Angehörige im Kreis Daun zu charakterisieren. Simonis ist seit Anfang des Jahres Projektleiterin des ehrenamtlichen Helferkreises für pflegende Angehörige von verwirrten alten Menschen. Zwölf Frauen, die an ihrem Fortbildungskurs teilgenommen haben, bieten ab Januar im Kreis Daun Unterstützung bei der Betreuung Demenzkranker an. Die Absolventinnen sind: MONIKA BRAUN (Oberbettingen), MECHTHILD FÜGEN (Mehren), JULIANE HECK (Daun), ROSI HOHEISEL (Steffeln), ANNEMIE KEILS (Reuth), ANNI KETTERN (Mehren), BRIGITTE LUX (Walsdorf), MARIANNE MARTERER (Walsdorf), SABINE MATTNER (Birgel), SUSANNE RIEDER (Uess), MARIA SCHÜTTE (Darscheid) und MARLIES ZIMMER (Kelberg). Gertrud Simonis engagiert sich schon länger für ein solches Angebot und setzt sich für eine größere Öffentlichkeit für die Problematik ein - etwa als die frühere rheinland-pfälzische Kultusministerin Rose Götte im Frühjahr in Daun einen viel beachteten Vortrag über Demenz und Alzheimer hielt (der TV berichtete). Die Sozialpädagogin leitete auch den 26 Unterrichtsstunden umfassenden Kurs, in dem die Frauen auf die Betreuung Demenzkranker vorbereitet wurden. Die Teilnehmerinnen lernten unter anderem medizinische und psychosoziale Aspekte der Demenz kennen. Zudem ging es um Einblicke in die häufig von hoher nervlicher und körperlicher Erschöpfung geprägte Situation pflegender Angehöriger. Außerdem standen Kommunikation, Gesprächsführung und das Reflektieren der eigenen Helfer-Rolle auf dem Stundenplan. In einer Feierstunde dankte Dechant Karl Kneißl (Bleialf) als Vorsitzender des Caritasverbands den Absolventinnen für ihre Bereitschaft, den Kranken und ihren Angehörigen beizustehen. Der Dauner Dechant Ludwig Gödert bezeichnete den freiwilligen Dienst der Frauen als "schwer, wichtig und wertvoll". Caritas-Geschäftsführer Winfried Wülferath berichtete von den sehr guten Erfahrungen, die die Helfergruppe im Kreis Bitburg-Prüm in dem einem Jahr ihres Bestehens bereits gemacht hat. Gute Erfahrungen haben auch die zwölf Frauen gemacht. "Der Kurs war rund", sagt Mechthild Fügen aus Mehren. Sie hat bereits eine Ausbildung zur Hospizhelferin absolviert und sieht in dem Demenz-Helferkreis eine wichtige Ergänzung. Sehr zufrieden mit dem Kurs ist auch Annemie Keils aus Reuth. "Soziales Tun gehört zu meinem Leben", sagt die Frau, die bereits als Jugendliche mit der Problematik eines dementen Familienmitglieds konfrontiert wurde. "Die Erinnerung daran hat mir letztlich den Anstoß gegeben." Monika Braun aus Oberbettingen hat bei der Pflege ihrer Schwiegermutter selbst erlebt, wie gebunden man als Angehöriger sei. "Nun ist meine Schwiegermutter tot, und ich möchte andere entlasten", erklärt die Frau. Gertrud Simonis wird den neuen Helferkreis auch in Zukunft betreuen. Geplant sind regelmäßige Treffen sowie drei bis vier Fortbildungen im Jahr. KONTAKT : Helferkreis Demenz: Gertrud Simonis, Caritasverband für die Region Westeifel, Mehrener Straße 1, 54550 Daun, Telefon 06592/95730.