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Auf Spurensuche in Hillesheim

Personenspürhunde haben mit ihren Besitzern die Fährte von Krimiautor Ralf Kramp (hintere Reihe, Vierter von links) quer durch Hillesheim verfolgt. TV-Foto: Alwin Ixfeld
Personenspürhunde haben mit ihren Besitzern die Fährte von Krimiautor Ralf Kramp (hintere Reihe, Vierter von links) quer durch Hillesheim verfolgt. TV-Foto: Alwin Ixfeld FOTO: Alwin Ixfeld (AIX) ("TV-Upload Ixfeld"
Hillesheim. Wie gut sind die Spürnasen von Hunden? Die Antwort hat Krimiautor Ralf Kramp am Wochenende erfahren, als er für eine Spurensuche mit Mantrail-Hunden als Zielperson diente. Die auf menschliche Duftspuren spezialisierten Tiere haben den Autor in seinem Kriminalhaus aufgespürt.

Hillesheim. Popeye schnuppert kurz an einem Buch von Ralf Kramp und kennt seine Aufgabe: Diesem Geruch muss er folgen. Quer durch die Hillesheimer Altstadt führt er sein Frauchen Brigitte Hönig. Den kleinen Kläffer hinter dem Zaun ignoriert er, hebt nur kurz ein Bein an einer Hecke. Zielstrebig läuft er durch schmale Gässchen, dann vorbei an der Kirche. Vor einem Restaurant sitzen Menschen in der Sonne, die sind uninteressant. Ein Stück weiter führt die Duftspur in ein Café. Es folgen steile Holztreppen und da in der Ecke auf einem Sofa sitzt die Quelle der Spur. Popeye setzt sich vor Krimiautor Ralf Kramp und der darf der tierischen Spürnase ihre Belohnung geben, ein Stück Geflügelwurst.
Genau wie Popeye finden auch Badino, Nola und Chuma ihr Ziel im Hillesheimer Kriminalhaus. So unterschiedlich ihre Rassen auch sind, gemeinsam sind sie Mantrailer, Hunde, die darauf trainiert sind, winzig kleinen Duftspuren zu folgen, die in der Luft schweben.
Konzentration ist wichtig


"Wir betreiben das als Hobby", erklärt Hundetrainerin Heike Jung aus Alfter bei Bonn. Seit acht Jahren bildet sie Hunde und ihre Besitzer im Mantrailen aus. "Hunde sprechen mit ihrer Körpersprache und die Kunst des Besitzers ist es, das zu lesen, es ist also Teamarbeit gefragt", betont Jung. Während Autor Ralf Kramp im Kriminalhaus auf der Couch wartet, arbeiten die Nasen der Vierbeiner auf Hochtouren, um seine Spur durch Hillesheim zu verfolgen. "Die Tiere sind hoch konzentriert, lassen sich nicht ablenken. Dabei atmen sie schnell, bis zu 300 Mal pro Minute und filtern mit ihren Riechzellen die wichtigen Düfte aus der Luft", erklärt die Hundetrainerin. Bis zu drei Wochen alt dürften die Spuren sein, selbst dann könnten manche Hundenasen sie noch erschnüffeln, betont Jung. "Für die Hunde ist eine halbe Stunde Suchen so anstrengend, wie zwei Stunden zu marschieren", ergänzt Hundebesitzerin Brigitte Hönig. Deshalb brauchen die Tiere nach getaner Arbeit auch erst einmal eine Pause.
Heike Jung hat insgesamt acht Mensch-Hund-Teams für ein Wochenende in die Eifel gebracht. Neben der Suche nach dem Krimiautor gehen sie auch in der Hillesheimer Umgebung auf Spurensuche. Auch wenn im Leben von Ralf Kramp heute nach eigenem Bekunden eher Katzen eine Rolle spielen, zeigt sich der Autor von der Leistung der Mantrailer beeindruckt: "Hunde sind schon tolle Tiere!"AIX