| 20:44 Uhr

Berufsinfomesse in Daun: Vom Forum zum Filmstar

Lisa Umbach von der Dauner Apra-Gruppe löscht den Wissensdurst von Interressenten an ihrem Stand. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling
Lisa Umbach von der Dauner Apra-Gruppe löscht den Wissensdurst von Interressenten an ihrem Stand. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling FOTO: klaus kimmling (kik) ("TV-Upload kimmling"
Daun. Berufsinfomesse in Daun mit 85 Anbietern lockt rund 1000 Schüler aus der halben Eifel an. Aufs erste Kennenlernen folgt nicht selten ein Ausbildungsvertrag oder ein Studienplatz, eine junge Frau ist sogar ganz groß rausgekommen. Mario Hübner

Ein kleiner blauer Elefant als Handyhalter oder ein "Arsch mit Ohren" aus dem 3-D-Drucker, Isodrink-Dosen mit dem Firmenlogo, einem Bild von Azubis bei der Arbeit und dem Appell "Bewirb dich jetzt", Plätzchen, Muffins, Schokolädchen, Gummibären, Kugelschreiber sowie umfangreiches Infomaterial zu Ausbildungs- und Studiengängen: Die Firmen, Institutionen und Hochschulen haben sich bei der Berufsinfobörse im Forum in Daun, die der Rotary Club Daun-Eifel bereits seit 20 Jahren veranstaltet, an ihren Ständen erneut einiges einfallen lassen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Und so zeigte sich Veranstaltungsleiter Joachim Nitsch denn auch hoch zufrieden: "Wir hatten gut 1000 Schüler aus vier Landkreisen bei uns, und auf der Anbieterseite sind wir erneut um neun auf nunmehr 85 gestiegen. Viel mehr geht nicht, denn so langsam platzt das Forum aus allen Nähten."
Doch solange "die Messe benötigt wird, werden wir sie auch anbieten", kündigt Nitsch an.
Also noch viele Jahre, wenn man den Ausführungen vieler Vertreter der regionalen Handwerksbetriebe und Institutionen lauscht. Stichwort: Fachkräftemangel.

So sagt etwa Ulrike Meffert, Personalleiterin von Apra-Norm, an deren Standorten in der Vulkaneifel rund 300 Menschen - darunter 40 Auszubildende - beschäftigt sind: "Wir sind seit jeher hier dabei, denn wir wollen uns vorstellen und neue Azubis bekommen, da wir stets Facharbeiter und Ingenieure suchen." Und das habe schon des Öfteren auf diesem Weg geklappt: erster Kontakt auf der Messe, Praktikum, Ausbildung/Duales Studium.

Die Firma ist mit fünf Leuten, darunter auch selbst Azubis, am Stand vertreten - und hat sich in der Tat etwas einfallen lassen. Der bereits erwähnte 3-D-Drucker steht hier und lockt das junge Publikum an, die Getränkedosen tun ein Übriges. Und so kommt man ins Gespräch. Ohne große Hürde.

Darauf setzen auch viele andere, beispielsweise die Kreissparkasse Vulkaneifel. Ausbildungsleiterin Silvia Müller sagt: "Natürlich haben wir auch Azubis am Stand, denn die kommen mit den Schülern viel schneller ins Gespräch." Die Veranstaltung findet sie "richtig gut". Dem stimmt auch ihr Chef, Vorstandsvorsitzender Dietmar Pitzen, zu, der mal vorbeischaut. Er sagt: "Wir haben schon viele Mitarbeiter rekrutiert, mit denen wir hier zum ersten Mal in Kontakt gekommen sind."

Auch die Pflegeschule am Krankenhaus Daun, wo derzeit 180 angehende Kranken- und Altenpfleger unterrichtet werden, ist vertreten - unter anderen mit Krankenpflegeschüler Tobias Schwinn. Um ihn herum bildet sich gerade eine große Traube aus Schülerinnen, denen er von seiner Ausbildung berichtet: "Der Job ist zwar schon manchmal stressig und anstrengend, macht aber auch viel Spaß. Besonders gefällt mir, dass er so vielfältig ist, da wir alle Stationen im Krankenhaus durchlaufen." Die Mädels hören gespannt zu, werfen einen Blick auf die ausgehängte Liste mit der Verdiensttabelle, sammeln Prospekte ein - und ziehen weiter.

Nebenan stellt sich die Firma Rauschert aus Oberbettingen vor, die zehn Auszubildende und zwei Dual-Studierende beschäftigt. Neben Azubi Muhammed Cetinkurt berät dort auch Ausbildungsleiter Lothar Meyer. Er sagt: "Wir sind das ganze Jahr auf der Suche nach Fachkräften, und auf der Messe kommen wir prima ins Gespräch mit den jungen Leuten - vor allem über unsere Azubis." Bei den Schülern wiederum ist es ganz unterschiedlich: Einige sind noch unentschlossen und schauen sich einfach mal um, was es alles so gibt. Andere haben sich bereits orientiert und suchen nun nach Detailinformationen. So wie Gereon Müller (17) vom St. Matthias-Gymnasium in Gerolstein, der sich ganz speziell informiert hat. Er berichtet: "Ich möchte Jura studieren und habe mich daher mal über den Beruf des Notars aufklären lassen. Sehr interessant. Das hat mich in meiner Einscheidung bestärkt." Sein Klassenkamerad Thomas Meier (17) wiederum will "etwas mit IT" machen. Neben den Ständen der Hochschulen - insgesamt 18 präsentieren sich, darunter auch eine von der niederländischen Nordeeküste - war er auch bei der Bundeswehr, die ebenfalls IT-Spezialisten ausbildet.

Sein Fazit: "Sehr interessant." Solch eine Rückmeldung gefällt natürlich auch Joachim Nitsch vom veranstaltenden Rotary Club. Noch besser ist es allerdings, wenn er ein Feedback wie das vom Freitagmorgen erhält: "Da kam ein Mann vom Zoll auf mich zu, zeigte mir ein neues bundesweites Werbevideo und sagte mir dann: Kennen Sie die junge Frau? Die haben wir von Ihnen."

Arne Becker von Lehnen&Partner informiert Schülerinnen beim Beratungsgespräch über Ausbildungsmöglichkeiten (Foto links). Lukas Schneider aus Oberscheidweiler erkundigt sich ganz genau bei Oberfeldwebel Armin Hilgers und Feldwebel Leonie Heek vom Eloka Bataillon. Die geben in Daun Tipps zur Ausbildung bei der Bundeswehr (Foto rechts).
Arne Becker von Lehnen&Partner informiert Schülerinnen beim Beratungsgespräch über Ausbildungsmöglichkeiten (Foto links). Lukas Schneider aus Oberscheidweiler erkundigt sich ganz genau bei Oberfeldwebel Armin Hilgers und Feldwebel Leonie Heek vom Eloka Bataillon. Die geben in Daun Tipps zur Ausbildung bei der Bundeswehr (Foto rechts). FOTO: Klaus Kimmling (kik) ("TV-Upload Kimmling"
FOTO: Klaus Kimmling (kik) ("TV-Upload Kimmling"