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Buckelpiste sorgt kreisübergreifend für Ärger

FOTO: (e_daun )
Oberelz/Lirstal. Eine Teststrecke für die Stoßdämpfer der Fahrzeuge und die Nerven der Fahrer: Das sind - in Teilen - die Landesstraßen 96 und 97, die durch die Kreise Vulkaneifel und Mayen-Koblenz führen. Eine vor Kurzem gegründete Bürgerinitiative will eine möglichst zügige Sanierung des gesamten Teilstücks. Stephan Sartoris

Oberelz/Lirstal. Wer im Elztal auf die Sanierung einer Straße wartet, sollte möglichst einen langen Atem haben. Gut drei Jahrzehnte mussten beispielsweise Uersfeld und Gunderath (Verbandsgemeinde Kelberg) auf die Sanierung des Teilstücks der Landesstraße (L) 96 zwischen den Orten warten."Immer wieder vertröstet"


So lange will eine vor einigen Wochen gegründete Bürgerinitiative (BI) allerdings nicht ausharren, bis das Land im weiteren Verlauf der L 96 und der L 97 eine deutliche Verbesserung der Situation in Angriff nimmt. Der Protest ist kreisübergreifend, denn Bürger aus den Kreisen Vulkaneifel, Mayen-Koblenz und Cochem-Zell nutzen täglich die gut 15 Kilometer lange Strecke. Ziel der BI ist es, dass die L 96 durch das Elztal, von Uersfeld bis Monreal (Kreis Mayen-Koblenz), und die L 97, von Weiler (Kreis Mayen-Koblenz) bis zur Anbindung an die L 96 im Elztal, ausgebaut oder erneuert werden. "Wir werden seit Jahren vertröstet. Entweder ist kein Geld im Haushalt eingestellt oder es werden andere Projekte vorgezogen", heißt es seitens der BI, die mittlerweile fast 500 Mitglieder hat. Dazu gehören auch Ortsbürgermeister und Gemeinderäte von Lirstal, Retterath, Oberelz und Arbach (VG Kelberg).
Die Dörfer gehören zwar zum Kreis Vulkaneifel, aber die Einwohner zieht es weniger in die Kreisstadt Daun als vielmehr traditionell nach Mayen. Und wer dorthin will, sei es zum Einkaufen oder - was auch für viele Leute aus den Orten der Fall ist - zur Arbeit, für den sind die L 96 und 97 der schnellste Weg. Wobei: "Mit schnell hat das Tempo, was dort noch gefahren werden kann, kaum noch etwas zu tun", sagt Albert Grohnert, Ortsbürgermeister von Oberelz und stellvertretender BI-Vorsitzender. Schon seit Jahren werde das Land auf den schlechten Zustand der Landesstraßen hingewiesen, aber ein "echter Befreiungsschlag" sei nicht in Sicht. "Wir fühlen uns im Elztal echt abgehängt", sagt Grohnert.
Die BI weist darauf hin, dass der schlechte Zustand der Straße nicht nur gefährlich, sondern auch ein Kostenfaktor für die Anwohner sei: "Neue Spurstangen und ausgeschlagene Gelenke sind teuer und müssen regelmäßig an den Fahrzeugen erneuert werden."
Die Ortsbürgermeister der Anliegergemeinden haben einen Brief an Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) geschrieben und auf den aus ihrer Sicht gefährlichen Zustand der Landesstraße hingewiesen. Eine Antwort aus Mainz liegt mittlerweile vor. Lewentz hat mitgeteilt, dass noch in diesem Jahr mit dem Ausbau der L 96 zwischen der Einmündung der L 97 und Monreal begonnen werden soll. Ministeriumssprecher Marco Pecht konkretisiert: "Mit den Bauarbeiten soll im letzten Quartal 2015 begonnen werden. Die Maßnahme soll dann in drei Bauabschnitten umgesetzt werden", antwortet er auf eine Anfrage des Trierischen Volksfreunds.
Ein Fahrplan, der allerdings wenig Begeisterung bei der BI auslöst, die den späten Baubeginn moniert: "Will man uns auch noch eine Winterbaustelle mit möglichen witterungsbedingten Ausfällen einrichten, damit wir länger eine Umleitung fahren müssen?", fragt der BI-Vorsitzende Walter Wendel, der im Gemeinderat von Ditscheid und im Rat der VG Vordereifel (die frühere VG Mayen-Land) sitzt.Die Mainzer wachrütteln


Die BI bleibt am Ball und hat vor einigen Tagen an fünf Stellen, darunter auch in Oberelz, Protestbanner aufgestellt. Denn: "Wir wollen die Leute hier aktivieren und die Mainzer wachrütteln, damit wir unser Ziel erreichen: die Sanierung der L 96/L 97 als Ganzes", sagt Wendel.