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| 19:26 Uhr

Das Forum Daun - Gute Stube mit Ecken und Kanten

Daun. 25 Jahre Forum Daun: Es steht für Konzerte, Kabarett, Galas und ist bald auch Schauplatz des neuen Weihnachtsmarkts. Von Stephan Sartoris

Er ist wirklich ein Mann der ersten Stunde: Alois Gierden, der Hausmeister des Dauner Forums. Seit der Eröffnung der Stadthalle vor 25 Jahren ist er dabei, erinnert sich noch gut, wie provisorisch alles angefangen hat: "Die erste Veranstaltung fand statt, aber der Hof war noch nicht gepflastert." Im Oktober 1989 war der Grundstein gelegt und im Februar 1992 das Gebäude mit einer Karnevalssitzung eingeweiht worden. Die offizielle Eröffnung fand am 15. Mai 1992 statt.

In den all den Jahren hat sich Gierden über viele kleine und große Dinge gefreut und geärgert, missen möchte er sein Betätigungsfeld nicht: "Es ist ein sehr interessanter Arbeitsplatz." Kein Wunder, dass der 60-Jährige zu dieser Einschätzung kommt, denn nicht viele haben die Chance, mit so vielen Menschen, darunter auch zahlreiche Prominente, in Kontakt zu kommen. "Wie viele Tausend es waren, keine Ahnung. Fest steht: Ich habe durchweg nette Leute kennengelernt," sagt Gierden, der gute Geist des Forums.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Eine einst sehr bekannte Schauspielerin hat er in schlechter Erinnerung. In den Anfangsjahren des Forums gab es dort noch viele Theateraufführungen, und so machte auch Inge Meysel, die 2004 verstorbene "Mutter der Nation", Station in Daun. "Sie war schon beim Eintreffen nicht gut drauf, dann gab es Probleme mit der Technik, für die wir nichts konnten. Sie hat es aber trotzdem an uns ausgelassen. Das hat mich echt geärgert."

Theateraufführungen gibt es heute nur noch sehr selten, das Forum steht für Konzerte, Kabarett, Galas, Tagungen und mehr. Und ist noch einiges mehr: alle zwei Jahre Kommandozentrale während des Krimifestivals Tatort Eifel, jedes Jahr Pressezentrum während des Eifel Rallye Festivals, beherbergt die Touristinformation und ist Schauplatz für viele mittlerweile traditionelle Veranstaltungen wie beispielsweise die Berufsinfobörse, die Fototage oder den Gesundheitstag. Und es wird Politik gemacht, denn die Sitzungen des Stadtrats finden in der Regel im Forum statt.
Gut 40 Veranstaltungen von Externen gibt es laut Thomas Räthlein, Leiter der Kur- und Freizeitbetriebe der Stadt Daun. Mehr als 500 Menschen finden auf den Stuhlreihen Platz, ohne passen natürlich noch viel mehr rein. Was war denn die bestbesuchte Veranstaltung in den 25 Jahren? Da muss Räthlein nicht lange überlegen: "Am 12. April 1998 ist Guildo Horn hier aufgetreten. Es war kurz bevor er Deutschland beim European Song Contest vertreten hat. Seine Bekanntheit war ja damals riesig, was sich auch darin widergespiegelt hat, dass 1300 Leute zu seinem Konzert gekommen sind."

Auch wenn die Stadthalle schon ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat, altmodisch sieht es nicht aus.
Aber die vermeintlich zeitlose Architektur hat auch ihre Tücken. Die Verantwortlichen sind sich einig: Heute würde sicher anders gebaut. Oder wie es Alois Gierden sagt: "Praktisch ist anders. Mit den vielen Ecken und Kanten kämpfen wir bis heute. Man hätte das Forum von den Flächen gleich zweckmäßiger, einfacher und funktioneller gestalten sollen."

Halle und Vorplatz erleben vom 8. bis 10. Dezember die Premiere des Nachfolgers des Weihnachtsmarkts auf dem Wirichplatz: das Dauner Adventsleuchten, organisiert von der Pfarreiengemeinschaft Daun, dem Dekanat Vulkaneifel und der Jugendpflege der Verbandsgemeinde Daun.
Rund 5,5 Millionen Euro hat der Bau des Forums gekostet und ist seit jeher rein finanziell gesehen für die Stadt kein lohnendes Objekt. Etwa 200.000 Euro schießt sie jährlich zu, aber missen möchte Stadtbürgermeister Martin Robrecht das Haus definitiv nicht: "Das Forum ist ein Stück Lebensqualität für unsere Stadt und darüber hinaus. Es wird ein attraktives Programm geboten, dass einem Mittelzentrum wie Daun angemessen ist. Und es wird nach wie vor gut angenommen."

Kommentar

Ein dickes Lob!

Das Forum in Daun ist DIE Kulturstätte im Kreis Vulkaneifel. Und das seit einem Vierteljahrhundert. Natürlich gibt es auch andere Veranstaltungsorte, die ein schönes Programm bieten und wo auch mal namhafte Künstler auftreten oder aufgetreten sind. Und das ist auch gut so, denn kulturelle Vielfalt bedeutet für die Menschen in der Vulkaneifel ein Stück Lebensqualität.
Doch wo andernorts punktuell oder über einen begrenzten Zeitraum Glanzlichter gesetzt werden, geschieht das in Daun dank des professionell im Hintergrund arbeitenden Teams dauerhaft. Das darf an dieser Stelle auch mal gelobt und sollte noch viel öfter honoriert werden - am besten, indem man sich das ein oder andere Mal mehr entscheidet, in ein Konzert oder eine sonstige Veranstaltung zu gehen, anstatt auf der Couch liegen zu bleiben.
m.huebner@volksfreund.de