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Gesundheit
Dauner Krankenhausmitarbeiter verlangen Fairness

FOTO: TV / Krankenhaus Daun
Mario Hübner

In der Diskussion um die vom Träger zum Jahresende verkündete Schließung der Geburtshilfestation im Krankenhaus Daun, die die Menschen in der Region sehr bewegt, melden sich nun auch die Krankenhausmitarbeiter zu Wort. Ihr Hauptanliegen: Sie fordern Fairness in der Diskussion und wehren sich gegen verbale Angriffe – in der persönlichen Begegnung und in Internetforen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben sie nun  einen offenen Brief veröffentlicht. Zudem waren mehrere Krankenhausmitarbeiter zur Sitzung des Kreistags Vulkaneifel gekommen.

Tom May, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, hat vor dem Kreistag gesagt: „Die Entscheidung, die Geburtshilfestation zu schließen, ist gefallen – und es gibt gute Gründe dafür. Ich appelliere an alle, mit den Mitarbeitern des Krankenhauses fair umzugehen. Leider sind viele Kollegen und auch ich deshalb schon angefeindet worden. Es geht uns ums Miteinander.“

Im offenen Brief heißt es: „Die Welle der Empörung, die über unser Haus ausgelöst wurde, kränkt uns und erschwert unsere Arbeit. Die wohlbedachte Entscheidung, die Geburtshilfe des Krankenhauses Maria Hilf zum 31.12.2018 zu schließen, tragen wir schweren Herzens mit, weil wir unsere Leistungen in gewohnter Qualität für die Menschen in Daun und Umgebung erbringen wollen.“

Dass Politikerinnen und Politiker sich nun überrascht zeigten, mache die Mitarbeiter „sprachlos“. So heißt es im offenen Brief weiter: „Seit Jahren hat unsere Geschäftsführung der Landesregierung und den Krankenkassen von den Problemen in der Geburtshilfe berichtet. 2016 hat das Haus einen Antrag auf Sicherstellung beim Ministerium gestellt. Wo war die Politik da?“

Die Mitarbeiter betonen, dass sie an sieben Tagen in der Woche im Schichtdienst rund um die Uhr für die Gesundheit der Menschen in Daun und Umgebung arbeiteten. Sie sehen weder sich noch die Geschäftsführung des Krankenhauses als die Schuldigen an, sondern als die Leidtragenden.

Abschließend betonen sie: „Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dauner Krankenhauses sind mindestens so enttäuscht wie Sie und fühlen uns (von der Politik, Anmerkung der Redaktion) allein gelassen.“