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Die Kirchen bleiben im Dorf

Froh, dass die Frage der Zukunft der kircheneigenen Immobilien in Wiesbaum geklärt ist (von links): Pfarrer Andreas Paul sowie die Kirchengemeinderatsmitglieder Peter Metzen, Susanne Eich und Ruxandra Gericke vor dem Pfarrhaus (rechts), das in Kürze abgerissen wird. TV-Foto: Brigitte Bettscheider
Froh, dass die Frage der Zukunft der kircheneigenen Immobilien in Wiesbaum geklärt ist (von links): Pfarrer Andreas Paul sowie die Kirchengemeinderatsmitglieder Peter Metzen, Susanne Eich und Ruxandra Gericke vor dem Pfarrhaus (rechts), das in Kürze abgerissen wird. TV-Foto: Brigitte Bettscheider FOTO: Brigitte Bettscheider (bb) ("TV-Upload Bettscheider"
Wiesbaum. Nach mehrjährigen Diskussionen um die Zukunft von vier kirchlichen Immobilien in Wiesbaum hat Pfarrer Andreas Paul (Pfarreiengemeinschaft Hillesheim) das Ergebnis vorgestellt. Das Pfarrhaus wird abgerissen, die Alte Kirche und die Pfarrkirche werden renoviert, das Jugendheim wird von der Ortsgemeinde übernommen. Brigitte Bettscheider

Wiesbaum. Leben sei Bewegung, Fortschreiten, Veränderung, sagte Pfarrer Andreas Paul in seiner Predigt im Kirmes-Hochamt. So stünde auch die Pfarr- und Ortsgemeinde Wiesbaum aktuell vor einem besonderen Abschnitt. Gelte es doch, mit der alten Kirche und der St. Martin-Pfarrkirche zwei Ortsbild prägende und den Menschen wichtige Gebäude gut an die nächsten Generationen weiterzugeben. Es müsse aber auch Abschied genommen werden von Pfarrhaus und Jugendheim. Die Maßnahmen beginnen im August, wenn das an die Kirche angebaute Pfarrhaus abgerissen wird. Es stammt aus den 1960er Jahren, war bis 1977 Pfarrerwohnung und bis zu einem Brand im Jahr 2013 an Privatleute vermietet. Experten rieten von einer Renovierung ab - viel zu aufwändig und zu teuer. Im Zuge des Abrisses wird auch das Eternit von der Fassade der Pfarrkirche entfernt und das Mauerwerk neu verputzt. Auf der durch den Abriss frei werdenden Fläche entstehen Parkplätze.
Zum 1. Januar 2017 soll das Jugendheim von der Ortsgemeinde zu einem symbolischen Preis übernommen und das Grundstück gekauft werden. "Alle notwendigen Beschlüsse unsererseits sind gefasst", sagte die Ortsbürgermeisterin Karin Pinn dem TV. Die Signale von Seiten des Kirchengemeinderats seien positiv; die entsprechenden Anträge werden nun beim Bistum gestellt.
Die Alte Kirche auf dem Wiesbaumer Friedhof zählt mit über 500 Jahren zu den ältesten Kirchen der Eifel. In den 1980er Jahren war sie auf Kosten der Ortsgemeinde renoviert worden, nun ist sie in ihrer Substanz bedroht: Das schiefergedeckte Dach muss erneuert werden. "In Zeiten knapper Kassen kann die Gemeinde leider ein Gebäude, das ihr nicht gehört, nicht unterstützen, auch wenn es sich, wie in unserem Fall, um ein wertvolles Kulturgut handelt", bedauerte die Ortsbürgermeisterin. So sind zur Finanzierung der 166 000 Euro teuren Dachsanierung Zuschuss- und Förderanträge beim Bistum Trier (das die Hälfte der Summe in Aussicht gestellt hat) und bei Stiftungen gestellt worden.
Das Dach der im Jahr 1927 erbauten Pfarrkirche muss umfassend repariert, im Inneren die Heizung und die Beleuchtung erneuert, Wände und Decke gestrichen werden, zudem soll ein neues Raumkonzept realisiert werden. Kostenschätzung der Kirchengemeinde: 167 000 Euro, wovon das Bistum einen noch nicht genau bezifferten Betrag übernimmt. "Den Rest bestreiten wir aus unseren Rücklagen und Ihren Spenden", wandte sich Pfarrer Andreas Paul an die Gottesdienstversammlung. "Es wird nicht leicht, denn es ist ein finanzieller Kraftakt, aber es ist zu schaffen."Extra

Die Kirchengemeinde Wiesbaum macht mehrere Vorschläge, sich an der Aktion "Zukunft für unsere Kirche(n)" zu beteiligen: Man kann die Kosten für einen Quadratmeter Dach (52 Euro), für einen Quadratmeter Farbe (39 Euro) oder einen Quadratmeter Zukunft (91 Euro) übernehmen oder einen beliebigen Betrag spenden - in bar oder auf das Konto der Kirchengemeinde Wiesbaum, IBAN: DE 19 5865 1240 0002 0025 82 bei der Kreissparkasse Vulkaneifel, BIC: MALADE51DAU, Stichwort: Spende Zukunft. bb