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Dorfentwicklung
Die Mückelner tun was gegen Leerstände

Das Mutmacherhaus in Mückeln: Tanja (zweite von rechts) und Volker Durchdewald haben es gekauft und renoviert. Mit auf dem Bild die beiden Kinder der Familie und eins aus der Nachbarschaft sowie Beigeordneter Peter Sartoris (links) und Ortsbürgermeister Erwin Steffes (Zweiter von links).
Das Mutmacherhaus in Mückeln: Tanja (zweite von rechts) und Volker Durchdewald haben es gekauft und renoviert. Mit auf dem Bild die beiden Kinder der Familie und eins aus der Nachbarschaft sowie Beigeordneter Peter Sartoris (links) und Ortsbürgermeister Erwin Steffes (Zweiter von links). FOTO: TV / Lydia Vasiliou
Mückeln. Der „Dorfmarktplatz“ ist als Vermittlungsplattform von Gebäuden und verfügbaren Bauplätzen gedacht. Von Lydia Vasiliou

Mit dem Sieg beim Wettbewerb „Kerniges Dorf“ hat sich Mückeln im vergangenen Jahr überregional einen Namen gemacht und ist für das Engagement in der Dorfinnenentwicklung ausgezeichnet worden.

Doch darauf will sich Ortsbürgermeister Erwin Steffes nicht ausruhen. „Schon die beiden Zukunftskonferenzen haben uns die Augen geöffnet“, sagt er und meint die Leerstände im 230-Einwohner-Ort in der Verbandsgemeinde Daun, die im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung stehen. Leerstände seien immer ein wichtiges Thema der Dorfentwicklung, betont er. „Wichtig ist, dass der Dorfkern belebt bleibt oder wird, um so den Zusammenhalt im Ort zu stärken.“ Daher kümmert er sich gemeinsam mit dem Rat auch um eine regelmäßige Bestandsaufnahme. Und das sei kein Ein-Tages-Job, sondern ein Alltagsgeschäft. Dazu beobachtet er den Entwicklungstrend, registriert eventuelle zukünftige Leerstände aufgrund des Alters der Bewohner oder auch die aktuellen Leerstände von Häusern.

„Wir reden mit den Eigentümern oder schreiben diese an, um zu erfahren, ob sie bereit sind zu verkaufen oder was sie ansonsten mit den Häusern vorhaben“, sagt der Ortsbürgermeister. Leerstände außer Acht zu lassen, führe außerdem zur Verschlechterung des Dorfbildes, weil Häuser schnell verwahrlost erschienen. Das wirke sich nachteilig auch auf die Nachbardörfer und den Tourismus aus. „Eine Einbettung des Themas in die Gesamtstrategie der Flächen- und Bestandsentwicklung der Region ist notwendig“, sagt Steffes.

Entsprechend dem Grundsatz der Gemeinde „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ gibt es am Sonntag, 23. September, ab 10 Uhr im Bürgerhaus (Kirchstraße 8) den sogenannten „Dorfmarktplatz“. In einer Präsentation werden die einzelnen Objekte vorgestellt und die Besitzer benannt.

Die Veranstaltung sei eine Vermittlungsplattform von Gebäuden und verfügbaren Bauplätzen im Besitz der Ortsgemeinde und von privaten Eigentümern. Anbieter und Interessenten sollen dabei zusammengeführt werden, sagt Steffes. Im Angebot sind vier Gebäude und sechs bebaubare Grundstücke (eins von der Gemeinde und fünf von privaten Eigentümern). Vorgestellt wird am Sonntag auch das Neubaugebiet „Oberer Görgengarten“ mit zehn gemeindeeigenen Bauplätzen, von denen bisher nur einer erschlossen ist. Alle anderen werden erst bei Bedarf erschlossen.

Die Anstrengungen der Gemeinde stehen unter dem Motto „Wer Mückelner werden will, kann auch Mückelner werden“, und Ortsbürgermeister Steffes ist gespannt, wie die Resonanz auf diese kleine Immobilienmesse sein wird.