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Tradition
Traditionsreicher Segen für die Pferde

Mehr als hundert Zuschauer beobachten das Spektakel der Pferdesegnung in Steiningen.
Mehr als hundert Zuschauer beobachten das Spektakel der Pferdesegnung in Steiningen. FOTO: Lydia Vasiliou
Steiningen. Die Pferdesegnung in Steiningen ist nach wie vor ein Besuchermagnet. Zwar kamen weniger Tiere als sonst, aber dafür mehr Zuschauer.

„Die Tiere gehören wie die ganze Natur zu uns“, sagt Pater Sabi George, der hoch zu Ross an der Kirche in Steiningen auf die Pferde, Kutschen und Reiter wartet, die den Segen des Heiligen Mauritius erhalten wollen. Der nämlich soll die Tiere und deren Besitzer vor Krankheiten schützen, denn in manchen Gegenden wird der Heilige als Schutzpatron der Reiter angesehen und ist gleichzeitig auch noch der Schutzpatron der Steininger Kirche.

Wohl mit ein Grund, warum sich immer an Ostermontag im Rahmen der Kirmes seit genau 269 Jahren der Brauch der Pferdesegnung in dem 200-Seelenort beständig aufrecht erhält. Brauch ist es auch, dass Reiter, Pferde und Kutschen zuerst durch den Ort reiten, um dann an der Kirche den Segen zu erhalten. „Und das wird auch so bleiben“, sagt Ortsbürgermeister Reinhold Schäfer, obwohl an diesem Ostermontag nur 48 Pferde und fünf Kutschen gezählt wurden. Dass es so wenige waren, erklärt Schäfer so: „Die meisten Reitpferde waren bisher noch nicht draußen und es ist einfach noch zu kalt, viele Reitvereine sind nicht dabei“. Dafür seien aber wesentlich mehr Zuschauer da gewesen, „einige Hundert“, schätzt er. So auch Katrin Bumb aus Merzig, die anlässlich eines Osterbesuchs bei der Verwandtschaft von der Pferdesegnung gehört hat und sich das zum ersten Mal angeschaut hat.

Seit mindestens 15 Jahren besucht Roland Schäfer aus Alflen die Pferdesegnung, „schon mein Vater war immer mit Pferd in Steiningen dabei“.  Seit etwa drei Jahren sind auch Ehefrau Brigitte und Töchterchen Lisa dabei, „an so einem Feiertag ist die Pferdesegnung eine schöne Abwechslung.“ Einer, der genau weiß, wie es geht, ist Heinz Stolz aus Schalkenmehren. „Seit 25 Jahren sind wir normalerweise mit mehreren Pferden von unserem Reiterhof hier“, erzählt er. „In diesem Jahr sind wir aber nur mit einem Pferd namens Hurb gekommen“, einer Shirehorse-Tinker-Mischung. Und das sei für den Pater gedacht, weil es ruhig sei und auch die Kälte vertrage, denn „unsere Pferde sind das ganze Jahr über draußen.“ So kann sich der Pfarrer getrost mit Hilfe einer kleinen Leiter auf das Pferd schwingen und mit ruhiger Hand die Pferde, welche mit respektvollem Abstand vorbeiziehen, segnen.