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Zivilschutz
An der Lieser geht es los

Einer der Orte, die besonders betroffen waren von den Unwettern: In Kirchweiler bahnte sich im Frühjahr 2016 das Wasser den Weg durch die Baustelle. Foto: Archiv/Mario Hübner
Einer der Orte, die besonders betroffen waren von den Unwettern: In Kirchweiler bahnte sich im Frühjahr 2016 das Wasser den Weg durch die Baustelle. Foto: Archiv/Mario Hübner FOTO: Mario Hübner / TV
Daun. Die Verbandsgemeinde Daun zieht Lehren aus den Wetterkapriolen 2016. Für  neun Orte werden Hochwasserschutzkonzepte erstellt.

Land unter in Kradenbach und Dreis-Brück, in Kirchweiler wird die Baustelle weggeschwemmt, in Hinterweiler gehen unter dem Druck des Wassers die Kanaldeckel hoch, der gerade neu gestaltete Dauner Kupark gleicht nach der Überflutung einer Mondlandschaft. Erinnerungen an die Unwetter Ende Mai, Anfang Juni 2016, durch die auch große Betriebe betroffen sind. Zum Beispiel die direkt an der Lieser liegenden Dauner & Dunaris Quellen. Nach der Überflutung steht die Produktion wochenlang still, der Schaden wird allein dort auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Insgesamt war das Gebiet der Verbandsgemeinde (VG) Daun in diesen Tagen von außergewöhnlich starken Überschwemmungen betroffen. Und dass nicht nur in Orten, die an einem Bach liegen, sondern auch solche, die weit entfernt von Fließgewässern sind. Dort waren gewaltige Regenmassen verantwortlich für Überflutungen.

Die VG hat die Ereignisse von vor nun bald zwei Jahren zum Anlass genommen, Schritt für Schritt Konzepte zum Schutz gegen das Hochwasser für einen Großteil der 38 Orte und der acht Stadtteile erarbeiten zu lassen. „Der Startschuss ist gefallen“, berichtet nun Benjamin Duckart. Der 31-Jährige hat am Jahresbeginn die Nachfolge von Ewald Adams als Leiter der Ordnungs- und Sozialabteilung der VG-Verwaltung angetreten und ist damit unter anderem auch für den Hochwasserschutz zuständig. Los geht es mit den Lieser-Anrainern Sarmersbach, Nerdlen, Kradenbach, Daun-Rengen (mit Industriegebiet), Stadt Daun, Daun-Gemünden, Daun-Boverath und Daun-Weiersbach, hinzu kommt Dreis-Brück (mit einem jeweils eigenen Konzept für die beiden Ortsteile). Mit der Erstellung der Konzepte ist das Ingenieurbüro für Wasserbau und Wasserwirtschaft Hömme aus Pölich an der Mosel beauftragt worden. Die Kosten: 80 000 Euro, die die VG aber nicht allein aufbringen muss, 90 Prozent werden vom Land übernommen.

Erster Schritt ist die Bestandsaufnahme durch das Fachbüro. Es folgen von April bis September Ortsbegehungen und sogenannte Expertengespräche. Denn in die Konzept-Erstellung sollen das Wissen und der Erfahrungsschatz von beispielsweise Feuerwehrleuten und Gemeindearbeitern einfließen. „Und nicht zu vergessen die übrigen Einwohner der jeweiligen Orte“, erklärt Duckart. Denn nach einer großen Auftaktveranstaltung am 20. März im Forum Daun, in der die Grundzüge erläutert werden, gibt es in jedem Ort sogenannte Workshops. „Die Leute vor Ort wissen doch in der Regel am besten, wo es klemmt. Ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Vorschläge, was besser gemacht werden könnte, sind willkommen und ein wichtige Elemente für die Erstellung eines vernünftigen Konzepts“, sagt der Abteilungsleiter.

Anschließend werden die Versammlungen in den Ortsgemeinden und Stadtteilen ausgewertet und konkrete Vorsorge-Maßnahmen entwickelt. Diese werden dann wieder der Bevölkerung präsentiert. Angestrebt ist, dass die Konzepte Mitte kommenden Jahres stehen.