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Tourismus
Die Wohnmobilisten bekommen einen eigenen Platz in Schalkenmehren

 Niklas Butzen hat den Plan: Direkt am Maare-Mosel-Radweg wird der neue Wohnmobilpark Vulkaneifel entstehen.
Niklas Butzen hat den Plan: Direkt am Maare-Mosel-Radweg wird der neue Wohnmobilpark Vulkaneifel entstehen. FOTO: Helmut Gassen
Schalkenmehren. Was Daun gerne hätte, wird im Drei-Maare-Dorf Realität: ein Wohnmobilstellplatz. Er wird aber nicht von der Gemeinde, sondern von privat betrieben. Hinter dem Vorhaben steht Familie Butzen aus Mehren. Von Helmut Gassen

Das Drei-Maare-Dorf ist eine Tourismus-Hochburg in der Eifel, gut 76 000 Übernachtungen wurden 2018 verzeichnet. Es könnten künftig sogar noch ein paar mehr werden, denn der Ortsgemeinderat hat nach längerem Vorlauf den Weg freigemacht und einen Wohnmobilstellplatz beim früheren Bahnhof genehmigt. „Die Notwendigkeit ist sicher da, wenn man sieht, wie viele Wohnmobile hier im Ort und zwischen den Maaren stehen, wo sie eigentlich gar nicht stehen dürften. Die Parkplatzsituation ist sowieso ein leidiges Thema für uns“, sagt Ortsbürgermeister Peter Hartogh.

Hinter dem Projekt Wohnmobilpark steht Familie Butzen, die zwischen Schalkenmehren und Mehren wohnt. Direkt neben ihrem Haus hat Heike Butzen von der Verbandsgemeinde das 3000 Quadratmeter große frühere Bahngelände erworben, um dort den Stellplatz zu errichten. Das Areal liegt direkt am Maare-Mosel-Radweg und soll 30 parzellierte Stellplätze bieten. „Der Wohnmobilplatz Vulkaneifel soll ein Aktivplatz werden, die Gäste können von hier aus Wandern oder Rad fahren. Mit dem Hotel Michels wollen wir zudem zusätzlich eine Wellness-Kooperation eingehen“, sagt Heike Butzen.

Die als Physiotherapeutin tätige Mehrenerin will den Wohnmobilplatz als „Familienprojekt“ betreiben. Helfend zur Seite werden ihr Mann Lothar und Sohn Niklas stehen. Geplant ist auch, für kleinere anfallende Arbeiten ein bis zwei Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis einzustellen. Grundsätzlich soll auf dem Platz für die Gäste alles automatisiert sein. „Es wird eine Autokennzeichen-Erkennung geben, danach können sich die Gäste an einem Terminal anmelden, registrieren und eine Guthaben aufladbare Chipkarte erwerben, mit der sie die Tagesgebühr von zehn Euro bezahlen sowie Strom und Wasser. Nur mit der Chipkarte ist es möglich, Leistungen wie Strom und Wasser für das Wohnmobil oder die Sanitärstation zum Waschen und Duschen zu nutzen. Alles wird verbrauchsabhängig abgerechnet, damit sparsam mit Strom und Wasser umgegangen wird“, erklärt Niklas Butzen.

Bis der Wohnmobilplatz fertig sein wird, dauert es allerdings noch etwas. „Wir haben sieben Jahre Planung hinter uns, viele Behörden waren eingebunden, bis nun die Genehmigung erteilt wurde. Die Infrastruktur (Abwasserleitung, Strom und Wasser) ist schon vorhanden, muss aber noch angeschlossen werden. Zudem müssen wir noch die Sanitätsstation mit Toiletten und Duschen bauen lassen, den Platz teilweise pflastern und schottern lassen und die Zufahrt von der K 16 bauen lassen. Es kommt allerdings auch darauf an, wann wir Handwerker dafür bekommen“, sagt Heike Butzen.

Wann genau eröffnet wird, ist deshalb noch unklar. „Wenn wir im Spätsommer fertig wären, wäre es gut“, sagt die Investorin. Das Projekt Wohnmobilpark ist für die Familie „eine erhebliche Investition“, sagt Heike Butzen, ohne eine genauere Summe zu nennen. Mithelfen soll dabei auch noch eine Förderung der Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland- Pfalz, die es wegen der Barrierefreiheit auf dem Platz geben kann, diese wird noch beantragt. „Wir haben eine gewisse Kalkulation, wir wollen auf jeden Fall kostendeckend arbeiten“, sagt die Bauherrin.