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Die Zukunft der Energieversorgung ...

Uersfeld. Statt die Straße aufzureißen und Kabel zu verlegen, bringt Westnetz als der Netzbetreiber des aus RWE hervorgegangenen Energieunternehmens innogy in Uersfeld einen Batteriespeicher zum Einsatz. Es ist die erste Anlage im Landkreis Vulkaneifel. Sie soll überschüssige Energie aus Photovoltaikanlagen zeitlich verzögert vor Ort nutzbar machen. Und die Erfahrungen können in Forschung und Entwicklung einfließen.

Uersfeld. Der würfelförmige Bau aus Waschbeton-Fertigteilen, der seit einem halben Jahr hinter dem Feuerwehrhaus in der Straße "Ober dem Wasserborn" steht, sieht aus wie eine herkömmliche Trafostation. Doch hinter der grünen Tür verbirgt sich neueste Technik. Kernstück ist eine Großbatterie aus zehn Lithium-Ionen-Modulen - "mit hohem Wirkungsgrad bei geringer Baugröße", wie Stefan Nykamp vom Innovationsmanagement der Firma Westnetz mit Sitz in Dortmund bei der Präsentation der Anlage betonte.
Ein üblicher Netzausbau wäre finanziell günstiger gewesen, erklärte Nykamp. Doch setze sein Unternehmen immer mehr auf "andere, intelligente" Ortsnetze. Werde doch allein in einer einzigen Straße in Uersfeld aus den Photovoltaikanlagen des Feuerwehrhauses sowie einiger Gewerbebetriebe und eines Privathauses zeitweise 25 Mal mehr Strom zurückgespeist (160 Kilowatt), als Strom verbraucht werde (sechs Kilowattstunden). Nun ermögliche der Batteriespeicher es, die Energie zeitlich verzögert wieder in das Stromnetz einzuspeisen. So werde lokal erzeugte regenerative Energie wieder zur Verfügung gestellt, wenn sie lokal genutzt werden könne.
Der Batteriespeicher hat eine Leistung von 25 Kilowatt und eine Speicherkapazität von 65 Kilowattstunden. Er ist damit groß genug, um täglich den Verbrauch von sieben Haushalten zu decken. Mit seinem Speichervolumen können bisherige Strom- und Spannungsspitzen in der Ortsnetzstation ausgeglichen werden. "Und wir verwenden die Erfahrungen und Ergebnisse in Forschung und Entwicklung", erklärte Stefan Nykamp. Der innogy-Kommunalbetreuer Thomas Hau bescheinigte dem Batteriespeicher in Uersfeld eine Vorreiterrolle im Landkreis Vulkaneifel.
Weil die Verbandsgemeinde (VG) Kelberg in ihrer Zuständigkeit für das Feuerwehrwesen Eigentümerin des Grundstücks ist, auf dem das Gebäude mit der Großbatterie steht, war für die Baugenehmigung die Zustimmung des VG-Rats erforderlich. "Problemlos und einstimmig", erinnerte sich Bürgermeister Karl Häfner.
Er sagte gegenüber dem Trierischen Volksfreund weiter: "Gerne wissen wir diese moderne Technologie hier bei uns. Davon können wir in der Zukunft nicht genug haben." bb