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Diesmal gibt es kein Zurück

Der letzte Termin für Günter Bill in seiner Funktion als Ortsbürgermeister steht schon im Kalender: Am 23. Februar wird er verabschiedet. TV-Foto: Stephan Sartoris
Der letzte Termin für Günter Bill in seiner Funktion als Ortsbürgermeister steht schon im Kalender: Am 23. Februar wird er verabschiedet. TV-Foto: Stephan Sartoris
DEUDESFELD. Nach drei Jahrzehnten hört er nun tatsächlich auf: Günter Bill, seit 1977 Bürgermeister der Ortsgemeinde Deudesfeld. Ein Nachfolger des selbst ernannten "kleinsten Bürgermeister des Landes" wird – parallel zur Landratswahl – am 22. April gewählt. ARRAY(0x15d73dd18)

Nach dem 23. Februar muss der - inoffizielle - Wettbewerb "Wer ist der kleinste Bürgermeister in Rheinland-Pfalz?" neu ausgeschrieben werden, denn der bislang - selbst ernannte - Titelträger Günter Bill (1,55 Meter groß) ist dann aus dem dem Rennen: Er hört auf. Übergangszeit neigt sich dem Ende zu

2004, vor der Kommunalwahl, hatte sich der Bürgermeister der 500-Einwohner-Gemeinde Deudesfeld (Verbandsgemeinde Daun) eigentlich schon entschieden und auch verkündet, er trete nicht für eine weitere Amtszeit als Ortsbürgermeister an. "Aber dann wurde ich von den Ratskollegen gebeten, doch weiterzumachen", erzählt der 77-Jährige. "Ich habe mich dazu bereit erklärt, allerdings mit dem unmissverständlichen Hinweis, dass es nur für eine Übergangszeit und keine komplette Legislaturperiode sein wird." Nun neigt sich die Übergangszeit dem Ende zu: Am 23. Februar wird der Bürgermeister offiziell von der Ortsgemeinde verabschiedet. Vielleicht ist die Verbandsgemeinde "gnädig" und schreibt auf die Entlassungsurkunde den 24. Februar. Hintergrund: Am 24. Februar 1977 wurde Bill ins Amt des Ortsbürgermeisters eingeführt. Zuvor war der frühere Bus- und Taxiunternehmer bereits Mitglied des Gemeinderats (seit 1964) und hat die Entwicklung des Dorfs zu einer Fremdenverkehrs-Hochburg maßgeblich mitgeprägt. Deudesfeld ohne den Ortsbürgermeister Günter Bill? Viele der Dorfbewohner haben nie einen anderen Bürgermeister gekannt und werden sich an einen neuen Namen gewöhnen müssen. Wer die Nachfolge antritt, ist noch nicht klar, feststehen tut aber bereits der Termin der Neuwahl: der 22. April, parallel zur Landratswahl. "Der Termin wurde bewusst festgelegt, damit die Bürger nicht zwei Mal wählen gehen müssen", berichtet der scheidende Ortsbürgermeister. Über mögliche Nachfolge-Kandidaten will Bill nicht spekulieren: "Vielleicht treten mehrere Bewerber an, vielleicht nur einer. Ich halte mich da raus." Er werde als OB a.D. die Dorfpolitik weiter beobachten: "Wichtig ist, dass es gut weiterläuft." Sein kommunalpolitisches Engagement wird künftig im VG-Rat liegen, in dem er als CDU-Mitglied bis zum Ende der Legislaturperiode 2009 bleiben wird. Zeit, die Aufgabe in jüngere Hände zu legen

In einigen Wochen wird ein langer Lebensabschnitt zu Ende gehen, und so richtig vorbereitet auf das dann richtige Rentner-Leben ist Bill noch nicht. "Ein Hobby oder eine bestimmte Aufgabe für die Zeit danach habe ich noch nicht, aber langweilig wird es bestimmt nicht, das war es noch nie in meinem Leben. Meine Kinder haben aber auf jeden Fall schon versichert, dass sie mir einen Computer kaufen, wenn der gemeinde-eigene Rechner an den Nachfolger geht." Und ganz lassen wird Bill ja auch nicht von "seinem" Deudesfeld, für Rat und Tat steht er seinem Nachfolger (oder einer Nachfolgerin) weiterhin gerne zur Seite. Ein Zurück wird es diesmal - anders als 2004 - nicht mehr geben, sein Entschluss steht fest: "Ich habe vieles von dem erreicht, was ich mir als Ziele gesetzt hatte. Jetzt ist es Zeit, aufzuhören und die Aufgabe in jüngere Hände zu legen."