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Drei Schwestern sorgen für volles Haus

 Anne Gesthuysen liest im Forum Daun aus ihrem Buch „Wir sind doch Schwestern“. TV-Foto: Vladi Nowakowski
Anne Gesthuysen liest im Forum Daun aus ihrem Buch „Wir sind doch Schwestern“. TV-Foto: Vladi Nowakowski
Daun. Der Bestseller "Wir sind doch Schwestern" hat bislang schon viele Leser gefunden. Nun hat die Autorin und Fernsehmoderatorin Anne Gesthuysen im Forum Daun live Geschichten aus ihrer niederrheinischen Familie erzählt. Die Veranstaltung im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals war ausverkauft.

Daun. Die Geschichte ihrer Großtanten Gertrude, Paula und Katty, die trotz vieler Schicksalsschläge bis hin ins hohe Alter lebenslustige und ziemlich trinkfeste Damen geblieben sind, hat die Fernsehmoderatorin und Autorin Anne Gesthuysen laut eigenem Bekunden seit ihrer Kindheit beschäftigt. Das Buch dazu beschäftigt seit seinem Erscheinen im März dieses Jahres offensichtlich noch viele Menschen mehr. Die Autorin und ihr Bestseller locken rund 550 Besucher in das Dauner Forum. Gesthuysen erzählt eine Geschichte, die ein ganzes Jahrhundert umspannt: 1994 feiert Großtante Gertrude ihren 100. Geburtstag, den die drei Schwestern gemeinsam begehen.
Bis dahin haben sie zwei Weltkriege, Liebe, Hass, einen Ehemann, der spät seine Homosexualität erkennt, Armut - aber immer wieder auch Hoffnung erlebt. Katty, Gertrude und Paula - die drei Schwestern sind eine Leinwand, auf der die Geschichte der katholischen Gegend des Niederrheins und seiner Dörfer des vergangenen Jahrhunderts abläuft. "Vieles in meinem Buch, besonders Kattys Verbindung zum CDU-Politiker Heinrich Hegmann ist historisch belegt", erzählt Gesthuysen. "Ich begann schon als Kind, mir meinen eigenen Reim auf Geschehnisse zu machen, über die in der Familie nicht gern gesprochen wurde", sagt Gesthuysen.
Ihr Buch ist zugleich eine Reise in die Vergangenheit der Republik als auch eine Einladung zum Familientreffen mit Kaffeeklatsch und Dingen, die hinter vorgehaltener Hand erzählt werden. Während der Lesung im Dauner Forum wird viel gelacht, gelauscht und applaudiert. "Ich kann mir vorstellen, dass diese Geschichten vom Niederrhein in ähnlicher Form auch in der Eifel stattgefunden haben", sagt Gesthuysen. Sie liefert damit die Formel, die hinter dem Erfolg von "Wir sind doch Schwestern" steht: Jede Familie hat ihre kleinen, süßen oder schmutzigen Geheimnisse, Helden und Versager, glücklichen Momente und schwierigen Zeiten.
Dem Einblick in ein fremdes Familienleben kann kaum jemand widerstehen. Nach der Lesung ist für Gesthuysen der Abend noch nicht beendet. Vor dem Tisch, an dem sie ihr Buch signiert, hat sich eine Schlange von Menschen gebildet, die nun auch irgendwie zur Familie gehören. now