| 18:09 Uhr

Glaube
Echte Weisen aus dem Morgenland

 Bunte Truppe: Zusammen mit mehr als 40 Kindern sind in Gillenfeld erstmals zwei syrische Jungs dabei: Mohammad Alsaeed (Vierter von links) und Ahmad Alyounes (Fünfter von links).
Bunte Truppe: Zusammen mit mehr als 40 Kindern sind in Gillenfeld erstmals zwei syrische Jungs dabei: Mohammad Alsaeed (Vierter von links) und Ahmad Alyounes (Fünfter von links). FOTO: Lydia Vasiliou
Gillenfeld. Zum ersten Mal bei der Sternsingeraktion am Dreikönigstag sind in Gillenfeld zwei Jungs aus Syrien dabei.

Das Matthäus-Evangelium berichtet, dass zurzeit des Königs Herodes die drei Weisen aus dem Morgenland nach Jerusalem kamen und von dort aus einem Stern folgten, der sie nach Betlehem zum neugeborenen König der Juden führte. Dieser Geschichte zufolge gibt es seit dem 16. Jahrhundert den Brauch, dass in allen Teilen Deutschlands die Sternsinger, als die heiligen drei Könige verkleidet, ausgeschickt werden, um den Segensspruch C+M+B - 19 (Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus) mit Kreide an die Haustüren zu schreiben und gleichzeitig Geld für notleidende Kinder zu sammeln. In Gillenfeld entdeckt man in diesem Jahr einige Parallelen zur Geschichte aus der Bibel. Denn zum ersten Mal sind unter den mehr als 40 Sternsingern nämlich zwei syrische Jungen. Wie bei Matthäus nachzulesen ist, kamen die Weisen zur damaligen Zeit aus dem Osten, so auch Mohammad Alsaeed (10) und Ahmad Alyounes (9), die in Gillenfeld seit mehreren Jahren eine neue Heimat und viele Freunde fanden. „Stephan Becker (Gemeindereferent)  hat uns gefragt, ob wir mitmachen möchten“, sagt Ahmad und sie hätten spontan zugesagt. Die Bibelgeschichte kannten sie bisher nicht. Die erklärte ihnen Hermann Mertes, der die syrischen Flüchtlingsfamilien in der Pulvermaargemeinde betreut. Und nun sind sie bereit, als die heiligen Könige verkleidet, nach dem Gottesdienst, den sie ebenfalls wie die anderen Kinder besuchten, von Haus zu Haus zu gehen. Sie freuen sich darauf und mit ihnen auch Lars Schmitz (9) aus Winkel und Sina Meeth (8) aus Gillenfeld, die sagen: „Wir finden es gut, dass sie dabei sind, warum denn nicht?“. Wie auch die Weisen aus dem Morgenland, sind Mohammad und Ahmad  keine Christen und nehmen als Moslems an der Aktion teil. „Auch wenn es ein christliches Fest ist, das ist uns egal. Wir machen gerne mit“, sagt Mohammad. „Hier wird  Integration gelebt“, sagt Sandra Pfeil, die Organisatorin der Aktion.