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Ehrenamt
Eifel-Oscar geht zwei Mal in den Kreis

Die Zukunftsinitiative Eifel hat aus dem Landkreis Vulkaneifel zwei Vereine für deren vorbildliche Nachwuchsarbeit ausgezeichnet: den SV Neunkirchen-Steinborn und die „Eefel-Herzjer“, die Nachwuchsgruppe der „Eefeler Kirmesdänze aus dem Gerolsteiner Land.
Die Zukunftsinitiative Eifel hat aus dem Landkreis Vulkaneifel zwei Vereine für deren vorbildliche Nachwuchsarbeit ausgezeichnet: den SV Neunkirchen-Steinborn und die „Eefel-Herzjer“, die Nachwuchsgruppe der „Eefeler Kirmesdänze aus dem Gerolsteiner Land. FOTO: TV / Thomas Schmitz
Schleiden-Gemünd/Eifel. Die Zukunftsinitiative Eifel hat zum zehnten Mal den Eifel-Award verliehen. Ausgezeichnet wurden diesmal Vereine und ihre Jugendarbeit – allen voran der SV Neunkirchen-Steinborn. 

Die Zukunftsinitiative Eifel hat im Kurhaus Gemünd 29 Vereine mit dem Eifel-Award 2018 ausgezeichnet. Allen gemeinsam ist die vorbildliche und exzellente Nachwuchsarbeit. Moderiert wurde die mehrstündige Veranstaltung von IHK-Aachen-Geschäftsführer Fritz Rötting. Euskirchens Landrat Günter Rosenke, gleichzeitig Präsident der Zukunftsinitiative Eifel, begrüßte die mehr als 200 Gäste zur zehnten Verleihung des Eifel-Awards. Damit werden jedes Jahr beispielhaftes Engagement und vorbildliche Initiativen im Eifel- Ardennen-Raum ausgezeichnet. „In der Eifel und für die Eifel“, betonte Rosenke.

Der Eifel-Award sei nicht nur als Dank und Anerkennung zu verstehen, sondern auch als Mutmacher, mit dem andere motiviert werden sollen, es den Geehrten gleichzutun. Die Preisträger 2018 sind Vereine mit einer besonderen Nachwuchsförderung. Den Eifel-Award erhielten sie, weil sie innovative Wege zur Nachwuchsgewinnung gehen und Begeisterung bei jungen Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten wecken. Voraussetzungen waren, dass diese Vereine ehrenamtlich organisiert werden, örtlich gewachsen sind (Ortsgruppen überregionaler Organisationen waren nicht zugelassen) und aktiv Nachwuchsförderung betreiben.

„In Vereinen geht es um Geselligkeit. Vereine in ländlichen Regionen organisieren gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördern Engagement, Gemeinsinn und Teilhabe“, sagte Rosenke. Doch durch Vereinsauflösungen besonders im ländlichen Raum, droht dieser zentrale Anker der organisierten Zivilgesellschaft wegzubrechen. Das große Problem: Vereine finden keine neuen Mitstreiter. Fast jeder vierte Verein in Dörfern schrumpfe. Die Zahl der Neugründungen sei  stetig weniger geworden.

Als Mutmacher entschied die Zukunftsinitiative Eifel deshalb, sich zum runden Geburtstag der Nachwuchsgewinnung in Vereinen zu widmen. Denn für die prämierten Vereine sei die Eifel-Botschaft „Gemeinschaft gestaltet Lebensraum“ kein Slogan, sondern Aufforderung und Versprechen, so Rosenke.

Aus dem Kreis Vulkaneifel wurden gleich zwei Vereine/Gruppen prämiert. Zum einen ist dies der SV Neunkirchen-Steinborn, der zweitgrößte Verein in der Verbandsgemeinde Daun und seit Jahren durch sein umfangreiches Sportangebot und besonders das Programm für Kinder und Jugendliche bekannt. Allen voran die jährliche Ferienfreizeit in den Sommerferien mit Zeltlager und Tagesausflügen (von der Radtour über einen Schwimmbadbesuch bis hin zu Töpfer-, Koch- und Walderlebniskursen) kommt prima an – und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Und so sagt Vereinsvorsitzender Josef Balling: „Ich finde die aktuelle Auszeichnung toll. Sie ist Dank für unsere Ehrenamtler, die sich seit vielen Jahren einsetzen. Und sie ist Anerkennung für unser jahrzehntelanges Bestreben, vor allem Kindern und Jugendlichen etwas zu bieten und ihnen soziale Kontakte zu vermitteln.“ Das scheint offenbar zu funktionieren, denn während Vereine durchweg schrumpfen, ist der SV Neunkirchen-Steinborn von 2017 auf 2018 erneut gewachsen: von 513 auf 525 Mitglieder.Dass es aber auch ein so engagierter Verein wie der SV Neunkirchen-Steinborn nicht leicht hat, verhehlt Balling nicht. Das zeigt sich exemplarisch an den beiden Großvorhaben, die er sich vorgenommen hat: erstens die dringend notwendige Sanierung des 30 Jahre alten Rasenplatzes (des einzigen Spielfelds des Vereins) und der Umstellung der Flutlichtanlage auf LED-Beleuchtung, was 95 Prozent Stromersparnis mit sich bringen würde.

Die beiden Vorhaben, die zusammen mit rund 85 000 Euro kalkuliert sind, kann sich der Verein nicht einmal ansatzweise aus eigenen Mitteln leisten. Daher sagt Balling: „Ich erwarte da massive öffentliche Unterstützung angesichts dessen, was wir gerade auch für den Nachwuchs tun.“ Rund 110 Kinder bis 14 Jahren gehören dem Verein an.

Zum anderen wurden die „Eefel-Herzjer“ ausgezeichnet. Das ist die im Jahr 2014 gegründete Nachwuchsgruppe der „Eefeler Kirmesdänzer“ aus dem Gerolsteiner Land. Die Truppe besteht aus Kindern, die spielerisch mit lustigen Liedern und Spaß die alten Kirmes­tänze erlernen. Aber auch moderne Musik kommt bei den „Eefel-Herzjer“ nicht zu kurz. Die Choreografie dazu kreieren die Kinder unter der Leitung von Annemarie Pinn (17) selbst. Sie üben jede Woche im Gemeindehaus in Duppach unter der Aufsicht einer „Eefeler Kirmesdänzerin“.