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Vereine
Eifelverein trägt seinen Teil bei zum gesundheitsbewussten Tourismus

Gruppenbild im Wehrbüsch: Die Fachtagung der Naturschutzwarte des Eifelvereins hat in Daun stattgefunden, wo die dortige Ortsgruppe, eine der größten des Vereins, in diesem Jahr 130-jähriges Bestehen feiert.
Gruppenbild im Wehrbüsch: Die Fachtagung der Naturschutzwarte des Eifelvereins hat in Daun stattgefunden, wo die dortige Ortsgruppe, eine der größten des Vereins, in diesem Jahr 130-jähriges Bestehen feiert. FOTO: TV / Gerhard Herzog
Daun. Fachtagung der Naturschutzwarte des Eifelvereins in Daun

(red) Die Fachtagung der Naturschutzwarte des Eifelvereins hat in Daun stattgefunden, und die Kreisstadt ist mit Bedacht als Treffpunkt gewählt worden, denn die dortige Ortsgruppe, eine der größten des Vereins, feiert in diesem  Jahr 130-jähriges Bestehen.

Rainer Schmitz, Geschäftsführer des Gesundland Vulkaneifel, erläuterte. wie wichtig gesundheitsbewusster Tourismus heute ist und mit welchen Angeboten man darauf reagieren kann. Die Mitglieder der örtlichen Ortsgruppen des Eifelvereins bringen sich dabei mit entsprechenden geführten Angeboten ein.

Der Naturschutzwart der Ortsgruppe Daun, Hartmut Schmidt, informierte über den Rohstoffabbau in der Region. Er prangerte insbesondere an, dass beispielsweise Lavasand über sehr weite Entfernungen, bis in die Schweiz, verkauft werde. Dies führe zu einer entsprechenden Bedarfssteigerung und zu einem Abbau, der sich weit von der Versorgung der eigentlichen Region entfernt hat. Schmidt, der auch in der Interessengemeinschaft Eifelvulkane aktiv ist, war – im Konsens mit seinen Kollegen –  der Auffassung, man solle sich auf die Bedürfnisse der Region konzentrieren und keinen Lava-Tourismus anheizen. Es sei auch darauf zu verweisen, dass die regionale Wertschöpfung des Tourismus ungleich höher sei als die des Gesteinsabbaus. Das Gleiche gelte für die Arbeitsplätze.

Eine Exkursion führte zum Dauner Friedhof, wo Theresa Herzog, Studentin der Alanus Hochschule in Bonn, ein Projekt vorstellte, das nicht nur am Reißbrett geplant, sondern konkret umgesetzt wurde: die Naturbegräbnisstätte. Ziel war es, einen Platz mit Aufenthaltsqualität zu schaffen. Es sollte bewusst ein Zeichen gegen steriles Einheitsgrün und gegen pflegeleichte Steinplatten oder Schotterbeete gesetzt werden. Mittlerweile hat die Zahl der Bestattungen betriebswirtschaftlich zu schwarzen Zahlen geführt.

Der örtliche Revierförster Gerhard Herzog führte durch den angrenzenden Wehrbüsch. Der stadtnahe Wald war durch die Stürme der 1990er Jahre schwer getroffen worden und sollte möglichst naturnah wieder erstehen.

Herzog konnte an vielen Stellen zeigen, wie es gelang, aus dem natürlichen Samenangebot heraus einen gemischten, stufigen und strukturreichen Wald aufzubauen, der mit wenigen Pflege-Eingriffen eine hohe Biodiversität erreicht und stabiler gegenüber künftigen Stürmen ist.

Neben jedem stärkeren Baum, den ein Sturm werfen könnte, steht sozusagen schon ein möglicher Nachfolger in den Startlöchern.