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"Eine Sache wäre viel zu wenig für mich"

Lebt und arbeitet gerne in der Eifel: die Künstlerin Manuela Krekeler-Marx – hier mit dem Oberelzer Ortsbürgermeister Albert Grohnert in ihrem Atelier in der ehemaligen Schule. TV-Foto: Brigitte Bettscheider
Lebt und arbeitet gerne in der Eifel: die Künstlerin Manuela Krekeler-Marx – hier mit dem Oberelzer Ortsbürgermeister Albert Grohnert in ihrem Atelier in der ehemaligen Schule. TV-Foto: Brigitte Bettscheider FOTO: (e_kultur
Oberelz. Die Künstlerin Manuela Krekeler-Marx hat ihren Wohnsitz und ihr Atelier von Köln nach Oberelz verlegt. Nun entstehen ihre farbenfrohen Bilder und ihre Skulpturen aus Draht und Holz in der ehemaligen Schule des 140-Seelen-Dorfs im Elztal.

Oberelz. Manuela Krekeler-Marx sagt von sich selbst, dass sie "unentwegt kommunikativ" und "zurzeit stark installativ" sei. Wer die lebhafte 56-Jährige in der Oberelzer Bergstraße (VG Kelberg) in dem Gebäudekomplex mit dem ehemaligen Lehrerwohnhaus, der zum Wintergarten umgewandelten Pausenhalle und dem einstigen Klassensaal besucht, gibt ihr unumwunden Recht. Tragen doch ihre Bilder und Skulpturen gleichermaßen aktuelle und austauschbare Botschaften in sich, und kombiniert sie doch die Elemente ihrer Kunst immer wieder neu.
Ja, Manuela Krekeler-Marx ist ausgesprochen kommunikativ und installativ. Und oh, sie ist kreativ. Davon zeugen draußen das Mobile im Kirschbaum und die Drahttiere im Terrassengarten, drinnen die mit Ölfarbe bemalten und den Wald, den Sommerregen oder die Fruchtbarkeit der Eifel symbolisierenden Leinwände, die Stelen aus Fundholz, auch der mit Schiffen aus Stoff, Krone aus Draht und Haaren aus aufgeriffeltem Schiffstau bestückte Balken vor einem Tryptichon, das die Künstlerin mit starkem Pinsel- und Spachtelduktus und feinen Ölkreidelinien gestaltet hat. Ursprünglich als ihre Version der Legende der Loreley im Mittelrheintal geschaffen, zieht Manuela Krekeler-Marx inzwischen Parallelen zu dem Tod von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer und der Zerstörung in deren Herkunftsländern.
"Eine Sache wäre viel zu wenig für mich", sagt sie lachend und deutet in dem geräumigen Kellergeschoss auf das Wolfsrudel aus Stahldraht und das Kleid und das Kreuz und all die anderen Gegenstände aus Eisen- oder Aluminiumdraht. "Meine Inspiration kommt ganz stark aus der Natur", erklärt die Künstlerin. Und: "Ich finde in der Natur, ich gesunde an der Natur."
Hier in Oberelz zu leben, sei Luxus, das Haus eine Attraktion, die Menschen seien ihre Helden, schwärmt sie.
Manuela Krekeler-Marx stammt aus Neuss im Rheinland. Sie studierte Literatur- und Theaterwissenschaften und Alte Geschichte in Hamburg sowie Malerei in Köln. Von 2004 bis 2010 war die Meisterschülerin Leiterin und Kuratorin der Kölner Galerie im Turm. Die Liste ihrer Ausstellungen mit Schwerpunkt im Raum Köln und in den Niederlanden ist umfassend.
Zwei Mal im Monat gibt sie Kunstkurse in Köln. An ihrem neuen Zuhause Oberelz bietet sie ganztägig "Malen und Wandern" für Einzelpersonen und Gruppen an. Vom 14. September bis zum 5. November ist eine Auswahl ihrer Werke im Rathaus in Kelberg zu sehen. Und an den "Eifeler Ateliertagen" - Samstag, 19. September, 14 bis 18 Uhr, und Sonntag, 20. September, 13 bis 18 Uhr - ist die alte Oberelzer Schule für Besucher geöffnet. Manuela Krekeler-Marx ist verheiratet, dreifache Mutter und vierfache Großmutter. bb

Kontakt: Manuela Krekeler-Marx, Bergstraße 6, 56767 Oberelz, Telefon 0170/8077037, E-Mail: kontakt@krekeler-marx.de , Internet: <%LINK auto="true" href="http://www.krekeler-marx.de" class="more" text="www.krekeler-marx.de"%>