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Erst der Bau, dann die Kunst

Vor dem Köttelbacher Gemeindehaus präsentiert der Künstlerschmied Wolfgang Ax (rechts) die Stier-Skulptur gemeinsam mit Ortsbürgermeister Wilhelm Jonas (links) sowie den „Aufbauhelfern“ Ewald Wirtz (Zweiter von links), Martin Theisen (Dritter von links) und Andreas Pürling (Vierter von links). TV-Foto: Brigitte Bettscheider
Vor dem Köttelbacher Gemeindehaus präsentiert der Künstlerschmied Wolfgang Ax (rechts) die Stier-Skulptur gemeinsam mit Ortsbürgermeister Wilhelm Jonas (links) sowie den „Aufbauhelfern“ Ewald Wirtz (Zweiter von links), Martin Theisen (Dritter von links) und Andreas Pürling (Vierter von links). TV-Foto: Brigitte Bettscheider FOTO: Brigitte Bettscheider (bb) ("TV-Upload Bettscheider"
Kelberg-Köttelbach. Auf dem ehemaligen Dreschplatz des Kelberger Ortsteils Köttelbach steht das Gemeindehaus "Et Säälche". Und neuerdings ein Stier aus Stahl mit weiteren Attributen, die an frühere Zeiten erinnern. Die Skulptur stammt von dem Künstlerschmied Wolfgang Ax aus Weitersborn (Landkreis Bad Kreuznach).

Kelberg-Köttelbach. Dass nun ein Stier vor dem in den Jahren 2014 und 2015 neu gestalteten und erweiterten Gemeindehaus steht, geht auf eine Auflage der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier zurück, erklärt Kelbergs Ortsbürgermeister Wilhelm Jonas. Denn: Es gibt die Verpflichtung, einen gewissen Anteil der Baukosten für "Kunst am Bau" zu verwenden.
Im Fall des "Säälchens" in dem 260-Einwohner-Dorf Köttelbach wurden etwa 6000 Euro in einen Stier aus Stahl investiert.
Die Idee erarbeitete Wilhelm Jonas gemeinsam mit dem Künstlerschmied Wolfgang Ax. Dabei stand Pate, dass bis vor etwa 30 Jahren in Köttelbach wie in vielen Eifeldörfern ein Gemeindestier gehalten wurde. Der Ortsgemeinderat genehmigte den Entwurf einstimmig. Und Ax fertigte die Skulptur als Teilsilhouette aus Eisenstahl, der verzinkt und mit so genanntem Schuppenpanzerlack patiniert wurde.
Den Standfuß gestaltete er ebenso aussagekräftig - mit dem Ortsplan von Köttelbach, mit einem Dreschflegel und mit Ährengarben, allesamt typische Attribute des jahrhundertelang landwirtschaftlich geprägten Ortes.
"Ich bin sehr zufrieden, denn das Bild ist stimmig", sagte der Künstlerschmied, nachdem die Skulptur in dem Betonfundament vor dem Gemeindehaus platziert war.
"Ein echter Hingucker für Einheimische, Besucher und Urlauber", meinte der Ortsbürgermeister. Und Ewald Wirtz als der stellvertretende Ortsvorsteher von Köttelbach erklärte: "Ich finde es gut, dass man auf den ersten Blick erkennt, worum es sich handelt." Das trifft wohl zu, denn Ax mag es realistisch.
Der 64-Jährige stammt aus Kruft im Landkreis Mayen-Koblenz. Er lernte zunächst Schmied, wandte sich vor mehr als 30 Jahren dem Kunsthandwerk zu und blieb bis heute als einer der wenigen seiner Zunft dem Steinkohlefeuer treu. Als Künstlerschmied lernte er auch Kelberg kennen, wo er mehr als 20 Mal auf dem Kunsthandwerkermarkt vertreten war. bb