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Tiere
Familie Schäfer aus Darscheid lässt die Sau raus

Die beiden Micro-Schweine Mathilda und Mäxchen der Familie Schäfer sorgen in Darscheid für Aufsehen. Mit ihnen kann Lucy (rechts) trotz ihrer Tierhaar-Allergie spielen. Und auch Papa Andreas hat sich mit den quirligen Kameraden gut angefreundet.
Die beiden Micro-Schweine Mathilda und Mäxchen der Familie Schäfer sorgen in Darscheid für Aufsehen. Mit ihnen kann Lucy (rechts) trotz ihrer Tierhaar-Allergie spielen. Und auch Papa Andreas hat sich mit den quirligen Kameraden gut angefreundet. FOTO: TV / Bernd Schlimpen
Darscheid. Eine Familie aus Darscheid hat zwei Micro-Schweine als Haustiere. Mäxchen und Mathilda sorgen für Leben im Dorf. Von Bernd Schlimpen

Nicht alltägliche Attraktionen, die im Ort Gesprächsthema sind, findet man in Darscheid in der Bahnhofstraße 7. Dort wohnt Familie Schäfer, also Andreas Schäfer (41 Jahre), seine Ehefrau Jennifer (37) und die Kinder Lucy (15), Ronja (12) und Ben (7). Das ist, alleine genommen, ja noch keine Besonderheit. Doch die beiden Mitbewohner sind es schon: Mathilda und Mäxchen, zwei sogenante Microschweine. Pechschwarz und quirlig.

Vor geraumer Zeit hielten die Schäfers Familienrat, welches Haustier angeschafft werden sollte, weil Lucy allergisch auf Tierhaare ist und so Katze und Hund dadurch ausschieden. Aber sie wollte unbedingt einen vierbeinigen Kameraden. Der Familienvater wurde überzeugt, dass ein Schwein die richtige Wahl sei! Und so suchte man im Internet und fand in der Lausitz einen Züchter. Also ab ins Auto und dann wieder heim mit der 20 Kilogramm schweren Sau. Die Wutz erhielt den Namen Mathilda, und bereits nach zwei Wochen folgte der Eber Mäxchen, den der Industriekaufmann beim gleichen Züchter erwarb.

Grundsätzlich leben beide im 40-Quatratmeter-Wintergarten, wo ein Billardtisch aus Platzgründen abgebaut werden musste, der zudem von Mathilda angeknabbert wurde, die sich mit Mäxchen sonst über Spezialmüsli aus dem Internet, über Gemüse. Obst oder gekochte Kartoffeln freut, wobei keine Tischabfälle serviert werden.

Mäxchen verbringt seine Zeit gerne im Haus, er besitzt eine hohe Sozialkompetenz und ist Mathildas favorisierter Spielgeselle. Die beiden Schweine machen aber auch kleine beaufsichtigte Ausflüge ums Haus. „Wir führen sie auch an der Leine aus, sie begrüßen die Nachbarn und folgen auf die Aufforderung Sitz, aber wenn Autos kommen, müssen sie noch Vorsicht lernen“, sagen Lucy, Ronja und Ben, und ihr Vater Andreas ergänzt: „Sie dürfen täglich öfters in Freiheit, und sie danken es mit lautem Grunzen und Fiepen!“ Zudem hat Familie Schäfer auch noch Kaninchen, die mit den Schweinen herumtollen.

Die Tiere, die bis zu 20 Jahre alt werden, werden sauber erzogen, abgeduscht oder dürfen im Sommer auch ins Schwimmbecken. Und sie waren – sehr zur Freude der Familie – seit dem ersten Tag stubenrein. Nachts schlafen sie friedlich ohne Pause, im Sommer ist der Aufenthaltsort Wintergarten kühl und im Winter spendet eine Wärmelampe Wohlsein. Mit den Temperaturunterschieden in der Eifel kommen die Tiere ganz gut klar, denn „die Schweine entwickeln Sommer- und Winterborsten“, erklärt Jennifer Schäfer. Und sie fühlen sich offensichtlich sehr wohl bei Familie Schäfer. Nur wenn der Tierarzt kommt, werden die Schweine unruhig. „Weil er viele verschiedene Tiergerüche mit sich bringt“, glauben die Kinder.

Trotz aller Gewöhnung fallen Microschweine nicht unter den Begriff Haustiere, sondern sind Nutztiere, die jährlich gemeldet werden müssen. In der Haftpflichtversicherung der Schäfers werden sie als Katzen geführt, da sich in der Versicherungsbranche Schweine als Haustiere noch nicht etabliert haben. Hoch und heilig versichert hat Herrchen Andreas übrigens seinen Kindern auch, dass Sau Mathilda und Keiler Mäxchen niemals zu Spanferkeln verarbeitet werden.

Andreas Schäfer ließ sich von seiner Familie überzeugen, dass Mathilda das richtige Haustier war. Foto: Bernd Schlimpen
Andreas Schäfer ließ sich von seiner Familie überzeugen, dass Mathilda das richtige Haustier war. Foto: Bernd Schlimpen FOTO: TV / Bernd Schlimpen