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Fremde – Freunde

Nach dem Appell auf dem Dauner Marktplatz am 25. Oktober 1965 erfolgte der Vorbeimarsch am Amtsgebäude. Foto: red
Nach dem Appell auf dem Dauner Marktplatz am 25. Oktober 1965 erfolgte der Vorbeimarsch am Amtsgebäude. Foto: red
DAUN. Heute sind sie aus dem Stadtbild Dauns nicht mehr wegzudenken: die Soldaten. Vor 40 Jahren kamen sie nach Daun. Ein Grund für den TV, zurück zu blicken. ARRAY(0x15ec7e6f0)

Insgesamt mehr als 30 Kommandeure gab es seit 1965 in der Dauner Kaserne, über 10 000 Rekruten wurden ausgebildet und fünfmal wurde der Verband umbenannt. Aber wie fing alles an? Als Geburtsstunde des heutigen Fernmeldeaufklärungsabschnitts (FmAufklAbschn) 931 gilt der 8. Mai 1957: An diesem Tag erließ das Verteidigungsministerium den Aufstellungsbefehl für das Fernmeldebataillon (FmBtl) 225, den ersten Vorläufer des FmAufklAbschn. Als FmBtl 51 kamen die ersten Soldaten aus Bergisch-Gladbach in die Dauner Kaserne, die erst 1985 ihren heutigen Namen "Heinrich-Hertz-Kaserne" erhielt. Rund ein Jahr später folgt der Fernmeldestab 60, bis heute mit seinen Nachfolgeverbänden vorgesetzte Dienststelle des Bataillons.Konkurrenz: Soldaten und Dauner Jungs

Die Dauner Bevölkerung sah die Ankunft der Soldaten mit gemischten Gefühlen: "Es gab 1965 unterschiedliche Resonanz auf die neuen Soldaten", berichtet der pensionierte Oberstabsfeldwebel Joachim Kretzer. Der grundsätzlichen Zurückhaltung gegenüber Fremden habe der Bevölkerungszuwachs und die damit verbundene Kaufkraft gegenüber gestanden. Kretzer: "Zwischen den Dauner Jungs und den Soldaten entstand eine gewisse Konkurrenz. Die Dauner Mädchen fanden das aber ganz gut, glaube ich." Um sich der Bevölkerung mit ihren Fragen und ihrer Neugier zu stellen, gab es bereits 1967 einen ersten Tag der Offenen Tür. Die Integration in das zivile Dauner Leben gelang den Soldaten durch ihr Engagement: ob mit der Karnevalsgesellschaft Rot-Gold 51 oder durch das Engagement in Vereinen und Politik. Auch die Tatsache, dass ortsansässige junge Männer in die Dauner Kaserne einberufen wurden und dort ihren Dienst leisteten, führte dazu, dass es normal wurde, Soldaten in Daun zu haben.Radioreport sorgte für Unruhe

Anfang der 90er Jahre zeigte sich dann, dass die Dauner zu "ihren Soldaten" stehen: Ein Radioreport hatte für Unruhe gesorgt, in dem es hieß, das Fernmeldeaufklärungsregiment solle aus Daun nach Süddeutschland verlegt werden. Hierauf gab es seitens der zivilen Bevölkerung Unterschriftenaktionen und sowohl Soldaten als auch Zivilisten zogen an einem Strang, um den Standort Daun zu retten. Am 11. Mai 1994 folgte die Erleichterung: Verteidigungsminister Volker Rühe verkündete bei einem Besuch in Gerolstein, dass das Regiment in Daun bleibt. Dort ist es heute noch mitsamt der Brigade, auch wenn das Regiment mittlerweile Abschnitt und die Brigade Bereich heisst. Über den Standort Daun, wie er heute ist, lesen Sie nächste Woche.Liebe Leser: Was verbinden Sie mit der Bundeswehr in Daun? Senden Sie uns Ihre herausragende Erinnerung in maximal 30 Zeilen zu 32 Anschlägen bis Montag, 22. August, 10 Uhr, an eifel-echo@volksfreund.de und geben Sie Ihren Namen und Ihre Adresse an.