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Frischer Wind für die Energiewende

 Der Kreis Ahrweiler baut auf erneuerbare Energien mit Wind und Sonne. TV-Foto: Archiv/Klaus Kimmling
Der Kreis Ahrweiler baut auf erneuerbare Energien mit Wind und Sonne. TV-Foto: Archiv/Klaus Kimmling
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bis 2030 will der Kreis Ahrweiler seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken. Das hat der Kreistag 2011 beschlossen. Doch der Schwung, mit dem die Energiewende in ganz Deutschland und im Kreis auf den Weg gebracht wurde, scheint mit steigenden Strompreisen rapide zu schwinden.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Kreistag Ahrweiler mehren sich die Stimmen, die das selbst formulierte Ziel, bis 2030 den Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, nicht nur für unerreichbar, sondern auch für wenig erstrebenswert halten. Während sich Landrat Jürgen Pföhler frischen Wind für die Energieumstellung durch die neue Energieagentur Ahr-Eifel verspricht, wollen der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Solarverein Goldene Meile die Flamme für die Energieversorgung ohne Kohle, Atomkraft und Öl mit Bürgerinformationen am Lodern halten.
Anfang Februar hatte der BUND und der Solarverein zu einem Planspiel eingeladen. Dabei wurde mit Hilfe eines Computerprogramms die Frage der künftigen Energieversorgung im Kreis diskutiert.Und der Solarverein hatte für sein drittes Energiesymposium einen Mann eingeladen, für den die Versorgung mit 100 Prozent erneuerbare Energie keine Frage technischer Hemmnisse oder ausufernder Kosten ist, sondern eine Frage des politischen Willens: Wolf von Fabeck, der sich seit 30 Jahren mit der Verbreitung und Nutzung von erneuerbarer Energie beschäftigt und 1994 mit dem Europäischen Solarpreis ausgezeichnet wurde. Er stellte ein Konzept vor, wonach mit Wind- und Solarenergie und Stromspeichern komplette Versorgung mit Strom aus regenerativer Energie möglich ist und auch weniger Kosten verursacht. Ein Modell, das auch im Kleinen funktioniert, Kreise, Städte und Dörfer unabhängig von den Energiekonzernen machen soll und nachhaltige Energiepreisstabilität sichert.
"Das Modell funktioniert unter extremen Bedingungen", erklärte der ehemalige Dekan an der Fachhochschule des Heeres, "selbst dann, wenn sechs Wochen keine Sonne scheint und kein noch so laues Lüftchen weht." ua