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Frühjahrsputz im Winter

Ein Häcksler erleichtert die Arbeit. Er greift und zerkleinert das Grüngut.Foto: Gabi Vogelsberg
Ein Häcksler erleichtert die Arbeit. Er greift und zerkleinert das Grüngut.Foto: Gabi Vogelsberg
GEROLSTEIN. Noch ist Winter und trotzdem schon Frühjahrsputz in der Natur: Die Straßenmeistereien müssen bis Ende Februar den Gehölz-Schnitt auf einer Länge von 4800 Kilometern entlang der Straßen in den beiden Kreisen Daun und Bitburg-Prüm abgeschlossen haben. Modernste Geräte sind im Einsatz. Von unserer Mitarbeiterin <br>GABI VOGELSBERG

"Wir waren auf Landesebene Vorreiter beim Einsatz des so genannten Schnitt-Griffys. Mittlerweile arbeiten fast alle Landesbetriebe mit dieser hydraulischen Astschere", erklärt Bruno von Landenberg, zuständiger Abteilungsleiter beim Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) in Gerolstein. Der "Schnitt-Griffy" wird an einem Bagger, der den LSV ganzjährig gemietet hat, befestigt. LSV-Sachgebietsleiter Jürgen Schäfer gewinnt dem modernen Gerät viele Vorteile ab: "Damit schaffen wir die sechs- bis achtfache Arbeit eines fünfköpfigen Teams". Außerdem sollen mit dem Einsatz der Maschine Arbeitsunfälle vermieden werden. Laut Landenberg passierten 18 der 50 Arbeitsunfälle im Jahr 2001 (eine aktuelle Statistik liegt noch nicht vor) bei der Grünpflege.Ast-Schnitt ist gesetzlich geregelt

Mit der hydraulischen Astschere können dünnere Stämme abgeschnitten oder dicke Bäume gehalten werden, bis der LSV-Mitarbeiter den Stamm abgesägt hat. Meist brauchen die Arbeiter gar nicht mehr in die Böschungen zu klettern, weil der Griffy die Gehölzbündel greifen, am Straßenrand ablegen oder direkt in den Häcksler stopfen kann. Aufgrund der großen Reichweite brauchen auch keine Leitplanken oder Schilder abmontiert zu werden. Zum Gehölzpflege-Zug gehört neben dem Griffy der Großhäcksler. "Damit können wir in der Stunde bis zu 40 Kubikmeter Gehölz zerkleinern, im Gegensatz zu drei Kubikmetern beim manuellen Einsatz", rechnet Schäfer vor. Etwa zehn Prozent der 35 000 Arbeitsstunden im Jahr der acht Straßenmeistereien in den beiden Kreisen entfallen auf die Gehölzpflege. Die gesetzlich vorgeschriebene Pflegesaison geht von Oktober bis Ende Februar. Deshalb ist der Einsatz des Gehölzpflege-Zugs exakt geplant. Die Arbeiten im Gebiet der Straßenmeistereien Gerolstein, Prüm und Arzfeld sind bereits abgeschlossen. "Im Bereich Lambertsberg/Waxweiler haben wir etliche große Bäume fällen müssen, die aber alle von einem Landespfleger gekennzeichnet wurden", erklärt Schäfer. Laut gesetzlicher Vorgabe muss zwischen Straßenrand und Bäumen mindestens ein Abstand von 4,50 Metern liegen. Die Vorschrift wird damit begründet, dass landesweit bei jedem vierten tödlichen Verkehrsunfall ein Straßenbaum im Spiel ist. Im Kreis Bitburg-Prüm war das im vergangenen Jahr bei vier von 15 tödlichen Unfällen der Fall. Im Kreis Daun endeten 2003 von zehn tödlichen Unfällen zwei an einem Straßenbaum. Die Verkehrssicherheit spiele beim Baumschnitt eine große Rolle. "Auf kleinen, engen Straßen wie zwischen Birresborn und Salm könnten herausragende Äste Planen an Lastern aufreißen oder gegen die Windschutzscheibe schlagen", erläutert Schäfer. Kahlschläge würden die LSV-Mitarbeiter seit drei Jahren keine mehr machen. Es werden so genannte "Grüne-Insel-Lösungen" geschaffen. Schäfer: "Beschnitten wird meist nur in 50- Meter-Abschnitten."