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Arbeitswelt
Für einen guten Start ins Berufsleben

Mindestens 800 Schüler haben sich bei der Berufsinformationsbörse in der Wehrbüschhalle in Daun informiert.
Mindestens 800 Schüler haben sich bei der Berufsinformationsbörse in der Wehrbüschhalle in Daun informiert. FOTO: Lydia Vasiliou
Daun. Seit 1997 organisiert der Rotary Club Daun eine Berufsinformationsbörse – mit mehr Ausstellern denn je, aber weniger Besuchern. Rund 800 Schüler und zukünftige Studenten nutzen die Chance, um erste Eindrücke zu gewinnen und Informationen zu sammeln.

Schon alleine die Tatsache, dass die 21. Berufsinformationsbörse des Rotary Clubs Daun nicht mehr im Forum, sondern in der deutlich größeren Wehrbüschhalle in Daun veranstaltet wurde, war ein Indiz dafür, dass sich die Anzahl an Unternehmen in den vergangenen Jahren steigerte. 85 Betriebe, darunter zwölf Hochschulen, gaben ihre Informationen an die zukünftigen Auszubildenden oder Studenten weiter.

Das war einerseits erfreulich. Andererseits war die Besucherzahl geringer als in den Vorjahren. Aus einem speziellen Grund. „Wir werden heute rund 800 Jugendliche hier haben“, sagte Veranstaltungsleiter Joachim Nitsch. Weniger als im vergangenen Jahr, denn „wir haben mit der luxemburgischen Foire de L‘ Etudiants (ebenfalls eine Berufsinfobörse) Konkurrenz bekommen“, sagte Nitsch.

Überhaupt beobachte er, dass die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren zurückgegangen seien, „weil es heute fast überall solche Veranstaltungen gibt“. Dennoch: Beim nächsten Mal könne man den Betrieben, die auf der Warteliste stehen, nun in der Wehrbüschhalle auch eine Chance geben, Platz sei ja noch da.

Vom Handwerk, mittelständischen Unternehmen aus der Region, Landes- und Bundesbehörden  über soziale und pflegende Einrichtungen bis hin zu Freiberuflern hatten die jeweiligen Aussteller alle Hände voll zu tun. Teils mit Bussen reisten ganze Schülerklassen aus der  Eifel an, andere kamen mit ihren Eltern.

So herrschte unter anderem beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) reger Betrieb. „Wir haben bereits viele über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten aufgeklärt“, sagte Mitarbeiterin Franziska Lerch.

„Wir brauchen Nachwuchs“, sagte Rainer Koch von der Dachdecker­innung Westeifel, „deshalb bin ich froh, dass bei jungen Menschen aus der Region großes Interesse besteht.“ Als der TV vorbeischaute, stand Tim Kühn aus Steiningen bei ihm. Er sollte eine Schieferplatte so bearbeiten, dass daraus ein Herz entsteht. Und es klappte prima. „Er hat Talent“, lobte denn auch Koch nach getaner Arbeit und ein bisschen Hilfe.

Rund zehn Interessenten habe man schon am Morgen für Praktika gehabt, sagte Philipp Kutscheid von der Firma Bharat Forge in Daun. Da er selbst Auszubildender ist, konnte er über die Berufe Werkzeugmechaniker und Maschinenanlagenführer detaillierte Informationen aus erster Hand liefern.

Aber nicht nur das Handwerk hatte Zulauf, auch Handelsbetriebe wie Aldi oder Lidl waren gefragt. „Hauptsächlich Gymnasiasten haben sich über ein Duales Studium informiert“, sagte Rebecca Weiler, Teamleiterin bei Aldi in Wittlich. Das Duale Studium war auch Thema bei Lehnen & Partner, ein Steuerbüro aus der Region. Selbst Student eines dualen Ausbildungsplatzes bei gleicher Firma in Daun, wusste Arne Becker darüber bestens Bescheid und stand den neugierigen Schülern Rede und Antwort. Und Anika Huhn von der Hochschule Koblenz meinte, dass besonders das Studium Soziale Arbeit nachgefragt worden sei.

Und was sagen die Schüler? „Ich möchte nach dem Abitur gerne Industriekaufmann lernen“, äußerte sich Isabel Bayer, die mit ihrer Schulklasse aus Prüm nach Daun gekommen war, „es gibt hier Betriebe, bei denen ich mich gleich umhören werde“. Andere wiederum wissen noch nicht genau, welchen Beruf sie ergreifen möchten, und sind da, weil die Schule sie geschickt hatte.

Broschüren und die vielen Kleinigkeiten wie Kulis, Notizblöcke oder auch Bonbons, mit denen die Firmen auf sich aufmerksam machten, nahmen sie gerne mit.