| 15:41 Uhr

Kultur
Dreiklang aus Musik, Wort und Bild

Pfarrer Ludwig Hoffmann (links) und Dekanatskantor Hubert Blaum (rechts) gestalteten literarisch und musikalisch den Herbst. Dazu stellten Mitglieder der „Gruppe Rouge“ entsprechende Bilder aus.  
Pfarrer Ludwig Hoffmann (links) und Dekanatskantor Hubert Blaum (rechts) gestalteten literarisch und musikalisch den Herbst. Dazu stellten Mitglieder der „Gruppe Rouge“ entsprechende Bilder aus.   FOTO: Brigitte Bettscheider
Daun. Für jede Jahreszeit Worte, Töne und Farben finden und sie mit Kirchenmusiker und Künstlern präsentieren: Das ist die Idee einer Veranstaltungsreihe der katholischen Pfarrgemeinde Daun.

(bb) Ton in Ton bei der Vier-Jahreszeiten-Matinee zum Thema Herbst in der Dauner St.-Nikolaus-Kirche: Pfarrer Ludwig Hoffmann las literarische Texte, Dekanatskantor Hubert Blaum spielte passende Orgelmusik, Maler der Gruppe Rouge zeigten Bilder mit herbstlichen Motiven. Für jede Jahreszeit die passenden Worte, Töne und Farben finden und sie gemeinsam mit dem Kirchenmusiker und regionalen Künstlern in Form einer Matinee präsentieren: Das war die Idee von Hoffmann, als er die vierteilige Reihe im Sommer in der Nikolaus-Kirche in Gang setzte. Nun widmeten sich der Geistliche und Dekanatskantor Hubert Blaum dem Herbst vor der Kulisse eines hal­ben Dutzends Bildern aus den Ateliers von Rolf Manderscheid, Walter Manderscheid, Waltraud Mauer, Paula Otten, Ilse Pottgießer und Gottfried Willems, allesamt von der Gruppe Rouge.

Wer, wenn nicht Antonio Vivaldi, hat jemals mehr den Zauber der „Vier Jahreszeiten“ in Töne gefasst? So bildete sein „Herbst“ den Auftakt, von Hubert Blaum so interpretiert, dass die langsameren Bewegungen des Herbstes zu spüren sowie Jagdhörner und dörfliche Tanzmusik zu erkennen waren. Das weitere Orgel-Repertoire stammte von Vivaldis Barock-Komponisten-Kollegen Johann Sebastian Bach (aus Concerto G-Dur) und vom französischen Spätromantiker Louis Viérne (Scherzetto und Élégie).

Und wer, wenn nicht Rainer Maria Rilke, hat eines der beliebtesten und besonders berührenden Gedichte über den Herbst geschrieben? Pfarrer Hoffmann rezitierte die sprachlich schönen Sätze des Gedichts aus dem „Buch der Bilder“. Schenkte auch Nachdenklichkeit mit „Sommersatt“ von Andrea Schwarz und mit dem „Märchen vom Dorf Corloris“. Gab eine kleine herbstliche Farbenlehre, buchstabierte Gelb mit Fröhlichkeit, Orange mit Optimismus, Rot mit Lebenslust, Braun mit Gelassenheit.

Etwa 60 Besucher hatte die halbstündige Matinee. Darunter Marita Mereien aus Daun. „Ich war schon von der Sommer-Matinee total begeistert“, erzählt sie. Daher werde sie keine der weiteren Veranstaltungen verpassen. Die Idee des Dreiklangs aus Musik, Wort und Bild werde hier hervorragend umgesetzt. „Diese Matineen sind ein Geschenk“, meint Marita Mereien.

Die „Winter-Matinee“ findet am Samstag, 15. Dezember, um 11.30 Uhr wiederum in der St.-Nikolaus-Kirche Daun statt.