| 18:37 Uhr

Für Kinder gilt eine andere "Währung"

Die hauptamtlichen Kräfte des Kinderschutzdienstes Daun/Bitburg-Prüm: Karin Knötgen (links) und Heide Schmidtmann.Foto: Gabi Vogelsberg
Die hauptamtlichen Kräfte des Kinderschutzdienstes Daun/Bitburg-Prüm: Karin Knötgen (links) und Heide Schmidtmann.Foto: Gabi Vogelsberg
DAUN. (vog) Mit einer Feierstunde wurde der Kinderschutzdienst (KSD) der beiden Kreise Bitburg-Prüm und Daun eröffnet.

"Hier wurde ein schwieriger Dienst übernommen, der die dunkelsten Schattierungen des Lebens offen legt", sagte Paul Ewen, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kinderschutz (IGKS) des Kreises Bitburg-Prüm. Ewen kennt seit vielen Jahren die Nöte und Sorgen der missbrauchten, misshandelten oder vernachlässigten Kinder. Er forderte: "Mit der Einrichtung ist die Arbeit noch lange nicht zu Ende. Jedermann und vor allem die Politiker müssen sich gegen Gewalt an Kindern einsetzen." Die Präventionsarbeit käme zu kurz.Viel Bürokratie wurde abgebaut

Tatsächlich bleibt den KSD-Hauptamtlichen Karin Knötgen und Heide Schmidtmann kaum Zeit für diesen Bereich. Die IGKS der beiden Kreise übernehmen diesen Part, allen voran Ewen. Heike Schmidtmann sagte: "Die Fallzahlen im Kreis Bitburg-Prüm sind deutlich gestiegen, und damit wird die Notwendigkeit nochmals unterstrichen." Ihre Kollegin Karin Knötgen bilanzierte: "Die Arbeit ist seit der Einrichtung des Dienstes einfacher geworden, weil viel Bürokratie abgebaut wurde. Wir können uns auf die eigentliche Arbeit mit den Kindern konzentrieren." Caritas-Geschäftsführer Winfried Wülferath zollte allen Beteiligten Dank für das "gigantische Gemeinschaftswerk" Kinderschutzdienst.Lob für die gute Zusammenarbeit

Für die Kreise sprach der Dauner Landrat Heinz Onnertz, für das Land war KSD-Referentin Sissi Westrich nach Daun gekommen. Die evangelische Pfarrerin referierte über die Qualitätsstandards in der Kinderschutz-Arbeit. Voraussetzung für die Förderung des KSD durch das Land ist die Einstellung von ausgebildeten Fachkräften. Das Ministerium bietet dann Fortbildungen an. Schmidtmann unterstrich die "super gute" Zusammenarbeit sowohl mit dem Ministerium wie auch mit dem Landesjugendamt (LJA). Die entscheidende Stellen in beiden Behörden sind ebenfalls mit erfahrenen KSD-Leuten besetzt: Im LJA ist Ursula Eisele mit 20 Jahren Berufserfahrung als Kinder- und Jugendpsychologin und im Ministerium Westrich als evangelische Pfarrerin zuständig. Westrich ließ aber auch die Kosten nicht außer Acht. Sie meinte: "Der Preis muss transparent und plausibel gemacht werden. Dafür ist eine kommunikative Jugendhilfeplanung nötig." Paul Ewen hielt dagegen: "Geld ist nicht alles, sondern die Kinder sind das Maß aller Dinge. Im sozialen Gefüge sollte eine andere Währung gelten."