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Geht’s jetzt auf den Klageweg?

NOHN. (vog) Das Bangen um die Rechtskraft des Bebauungsplans für das Baugebiet "Auf Hostert" geht weiter. Der Ortsgemeinderat lehnte die erneute Eingabe eines privaten Grundbesitzers ab. Der kann jetzt, wie schon ein Mal, den Klageweg beschreiten.

"Uns rennt die Zeit davon. Ab August gilt ein neues Baugesetzbuch, und wenn bis dahin nicht alles in trockenen Tüchern ist und endgültige Rechtskraft besteht, haben wir 200 000 Euro in den Sand gesetzt", erklärt Ortsbürgermeister Alfons Maas. Wie der TV bereits am 24. März berichtete, hat die Ortsgemeinde Nohn bisher 200 000 Euro in das Baugebiet "Auf Hostert" investiert. 20 der 25 Grundstücke gehören der Gemeinde. Doch einer der fünf privaten Grundstücksbesitzer, ein Landwirt, machte dem Dorf Scherereien. Dabei läuft das Gezerre um das Baugebiet bereits seit 20 Jahren. Das Koblenzer Verwaltungsgericht forderte aufgrund der Klage des Bauern Nachbesserungen, damit eine mögliche gewerbliche (landwirtschaftliche) Nutzung innerhalb des Baugebietes möglich bliebe. Die Gemeinde änderte den Bebauungsplan entsprechend. Doch bei der erneuten Offenlage reichte der Landwirt wieder einen Änderungswunsch ein. Der Ortsgemeinderat überprüfte alles erneut und lehnte weitere Änderungen danach ab. Ortsbürgermeister Maas erklärt: "Wir müssen das Dorf als Gesamtheit sehen und wir haben schon viele Kompromisse gemacht." Der Landwirt habe auf die Frage, ob er "damit leben könne", keine Antwort gegeben. Kontakte liefen ausschließlich über dessen Anwalt. Manfred Widua, im Hillesheimer Rathaus für die Sachbearbeitung zuständig, meint: "Bei uns ist nachträglich nichts mehr eingegangen, aber der Klageweg ist immer noch offen." Nachdem der Nohner Rat die Satzung des Bebauungsplans in der jüngsten Sitzung beschlossen hat, wurde der Plan rückwirkend zum 12. März 2004 vorläufig in Kraft gesetzt. Ende Juli enden die Widerspruchsfristen. Widua relativiert die Sorgen des Nohner Rates: "Der Bebauungsplan hat nach den Änderungen, die das Oberverwaltungsgericht Koblenz forderte und die erledigt wurden, eine stärkere Rechtsposition. Danach sind die Belange der Landwirtschaft jetzt ausreichend berücksichtigt." Maas hofft auf ein friedliches Ende und meint: "Es sollte jetzt miteinander gehen." Der Gemeinde liegen immerhin drei konkrete Anfragen für Grundstücke vor, und im Herbst könnte mit der Erschließung begonnen werden.