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Gelebte Inklusion im Dorf

Niederstadtfeld. Alt und Jung, Behinderte und Nichtbehinderte sollen sich zusammenfinden und miteinander Kontakt haben auf dem neuen Mehrgenerationen-Spielplatz der Gemeinde Niederstadtfeld. Dieser wurde jetzt im Beisein vieler Bürger und Gäste feierlich eröffnet. Helmut Gassen

Niederstadtfeld. Medaillengewinn mit Langzeitwirkung: Der zweifache Erfolg von Mareike Meis bei den Special-Olympics 2014 in Düsseldorf, bei denen sie auch eine Goldmedaille gewonnen hat, zeigt positive Folgen.
Die junge Frau mit Down-Syndrom hatte beim Boccia ihr außergewöhnliches Talent eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Tanja Hallebach, welche beim Förderzentrum in Daun arbeitet, hatte daraufhin den Vorschlag gemacht, einen Bocciaplatz in Niederstadtfeld zu bauen. Die Gemeinde Niederstadtfeld ging darauf ein und wollte aus dem alten Kinderspielplatz einen "Mehrgenerationen-Spielplatz" schaffen, der Alt und Jung, Behinderten und Nichtbehinderten die Möglichkeit geben soll, gemeinsam ihre Freizeit zu verbringen.
Ob Schach, Dame, Mensch-ärgere-dich-nicht oder Boccia, vieles ist möglich auf dem neuen Treffpunkt der Gemeinde, dessen Angebot durch Ruhebänke und Tische vervollständigt wird. "Der Platz ist nach den Richtlinien von Special-Olympics gebaut und richtig schön geworden", sagt Tanja Hallebach.
Gelebte Inklusion ist das Ziel der Gemeinde mit ihrem Projekt, das fast komplett in Eigenleistung realisiert wurde. Durch Geld der Sparkassenstiftung, der RWE Aktion "Aktiv vor Ort", dem Bürgerdienst und dem Gerolsteiner "Team mit Stern" sowie den unzähligen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden bleibt die finanzielle Belastung der Gemeinde im dreistelligen Bereich. "Das wird uns keine tausend Euro kosten und ist für die Gemeinde ein absolut überschaubarer Betrag", erklärt Ortsbürgermeister Günter Horten.
Niederstadtfeld ist geradezu prädestiniert dafür, Inklusion vorzuleben. Denn schon seit vielen Jahren zeigt Niederstadtfeld, dass ein Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten im täglichen Leben problemlos möglich ist. Im Dorf gibt es seit mehr als 20 Jahren die Weggemeinschaft, die in zwei Wohnhäusern mit Werkstätten in der Dorfmitte ihr Zuhause hat. Die betreuten und behinderten Bewohner gehören zum alltäglichen Bild in Niederstadtfeld und die Teilnahme von ihnen an Veranstaltungen im Dorf ist nichts Besonderes mehr, sagt Horten.
"Der Plan, einen Mehrgenerationen-Spielplatz zu bauen, kam auch gut bei der Bevölkerung an", erzählt Horten. Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, lobte das Engagement der Niederstadtfelder: Hier herrschen Weitsicht, Tatkraft und Ideen", sagte er anerkennend.