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Hochwasserschutz
Gerüstet sein fürs nächste Hochwasser

Wehe, wenn sie losgelassen: Im Mai war die Lieser wieder über die Ufer getreten, wie hier im Bereich des Hit-Markts in Daun.
Wehe, wenn sie losgelassen: Im Mai war die Lieser wieder über die Ufer getreten, wie hier im Bereich des Hit-Markts in Daun. FOTO: TV / Stephan Sartoris
Daun. Die Verbandsgemeinde Daun zieht Lehren aus den Wetterkapriolen der vergangenen Jahre. Es wird ein Schutzkonzept entwickelt, das in der ersten Hälfte des nächsten Jahres vorgestellt werden soll.

(red/sts) Mit dem Workshop im Dauner Stadtteil Weiersbach ist die erste Workshop-Runde als Vorbereitung zur Erstellung eines Hochwasserschutzkonzepts für die Verbandsgemeinde Daun zu Ende gegangen. Eingeladen waren Einwohner aus Gemünden und Weiersbach, die vor allem über die von durch Lieser und Pützbach verursachten Hochwasser diskutierten.

Besonders Gemünden war in den vergangenen drei Jahren durch Hochwasser sowohl von Lieser als auch vom mitten im Ort einmündenden Pützbach betroffen. Im Workshop befasste sich eine Gruppe mit der Problematik in Gemünden, eine andere mit möglichen Maßnahmen-Schwerpunkten in der Gemarkung Weiersbach.

In Gemünden geht durch die drei Brücken an Lieser und Pützborner Bach eine besondere Gefährdung aus, da diese je nach Unterhaltungszustand sehr schnell zugesetzt sind und den Hochwasserpegel im innerörtlichen Bereich stark anschwellen lassen. Beiderseits der Lieser werden Straßen und Gebäude geflutet, wie im Sommer 2016 nach den heftigen Regenfällen mitunter innerhalb von nur zwei Stunden. Der Mündungsbereich des Pützborner Baches in die Lieser wurde als neuralgischer Punkt aufgenommen und dafür bereits Lösungsmöglichkeiten, etwa im Rahmen eines Renaturierungsprozesses des gesamten Gewässers, skizziert.

Auch in Weiersbach war die Lieserbrücke bereits weit eingestaut, wenn auch mit weniger Auswirkungen auf die Gebäude des Ortes. Entlang der Lieser kam es außerdem im Bereich der Klärschlammvererdungsanlage zu Ausspülungen des Weges. Nach starken Regenfällen kam es vereinzelt auf Ortsstraßen zu oberflächlichem Wasserabfluss aus Wirtschafts- und Waldwegen. Dort wurden Abschläge in den Waldwegen als mögliche Lösung vorgeschlagen. Auch in Gemünden treten diese Probleme an den Ortsrändern auf. Mit der Erstellung der Konzepte ist das Ingenieurbüro für Wasserbau und Wasserwirtschaft Hömme aus Pölich an der Mosel beauftragt worden. Die Kosten: 80 000 Euro, die die VG aber nicht allein aufbringen muss, 90 Prozent werden vom Land übernommen. Die vorgesehenen Maßnahmen werden nun im weiteren Prozess vom Büro erarbeitet, mit den zuständigen Fachbehörden und Akteuren besprochen und sollen in der ersten Jahreshälfte 2019 vorgestellt werden.