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Soziales
Nach der Transplantation: Dieter Schommers will genießen und Gutes tun

Der Zusammenhalt gibt ihnen Kraft: Dieter Schommers wird nach der geglückten Lungentransplantation nun auch bei der kulinarischen Benefizaktion unterstützt.
Der Zusammenhalt gibt ihnen Kraft: Dieter Schommers wird nach der geglückten Lungentransplantation nun auch bei der kulinarischen Benefizaktion unterstützt. FOTO: Brigitte Bettscheider
Üdersdorf/Daun. Die Transplantation eines Lungenflügels hat Dieter Schommers aus Üdersdorf das Leben gerettet. Nun engagiert sich der ehemalige Küchenchef mit einer kulinarischen Benefizaktion.

Der Stubentiger der Familie Schommers darf nicht aus dem Haus, Zimmerpflanzen sind tabu, und wenn Dieter Schommers zu Grippezeiten unter Menschen geht, trägt er einen Mundschutz. Reine Vorsichtsmaßnahmen sind das. Denn insgesamt geht es dem 54-Jährigen gut. Ein Wunder – bei seiner Krankengeschichte, die im Sommer 2015 mit der Diagnose „Idiopathische Lungenfibrose“ (siehe Info) ihren Anfang nahm, in einer Lungentransplantation Ende 2016 gipfelte, ihn uns heute aber voller Dankbarkeit antreffen lässt.

Bei einer Routineuntersuchung mehr als ein Jahrzehnt nach einem gut überstandenen Herzinfarkt war bei Dieter Schommers die Lungenerkrankung festgestellt und ihm als Prognose eine Lebenserwartung von maximal fünf Jahren genannt worden. „Es hat uns den Boden unter den Füßen fortgerissen“, erinnert sich Schommers’ Ehefrau Sabine. Er selbst sagt: „Wir dachten, es ist das Ende vom Spiel.“ Das Paar hat zwei erwachsene Töchter, Julia (31) und Lara (25). „Unser Zusammenhalt hat uns zu jeder Zeit die nötige Kraft gegeben“, betonen Dieter und Sabine Schommers.

Neuen Lebensmut fasste der aus Schalkenmehren stammende, als Fleischer, Koch und Berufskraftfahrer ausgebildete Dieter Schommers, als er Patient der Universitätsklinik Homburg wurde. Dort fühlten er und seine Familie sich von Anfang an gut aufgehoben. Eine Sauerstofftherapie wurde eingeleitet und eine Lungentransplantation in Aussicht gestellt. Doch bis dahin sollte noch mehr als ein Jahr vergehen, in dem sich schwere Schübe mit weniger angespannten Phasen abwechselten.

Als Schicksalstage haben sich der 12. und der 29. Dezember 2016 in das Gedächtnis der Familie eingebrannt. Am 12. Dezember kam die Nachricht, dass Dieter Schommers „aktiv auf der Liste der Empfänger eines Lungenflügels“ stehe und nun möglichst jederzeit erreichbar sein solle. Als am 29. Dezember exakt um 9.50 Uhr der Anruf aus Homburg kam („Wir haben eine Organspende für Sie“), bog im selben Moment bereits ein Krankenwagen in die Alte Schulstraße in Üdersdorf ein. Um 15 Uhr begann in Homburg die vierstündige Operation, auf die allerdings bange Wochen und Monate folgten – allein drei Abstoßungen in den ersten vier Wochen, ein von Auf und Ab geprägtes weiteres halbes Jahr.

Wenn auch die Erinnerung an diese Zeit bei den Schommers durchaus präsent ist: Inzwischen steht die Dankbarkeit an den (unbekannten) Spender und für die Kunst der Ärzte im Mittelpunkt. Um sie auf besondere Weise auszudrücken, hatte Dieter Schommers als ehemaliger Küchenchef des Sporthotels Grafenwald in Daun eine Idee. Sie wird nun in die Tat umgesetzt. Mit Unterstützung des Hoteldirektors Jürgen Jablonowski und des gesamten Küchen- und Restaurant-Teams sowie von regionalen Zulieferern gibt es am 26. April im Hotel unter dem Motto „Spende für ein Leben – Genießen für eine gute Tat“ ein Fünf-Gänge-Menü mit begleitenden Weinen (siehe Extra). Der komplette Erlös fließt in die Lungenforschung der Universitätsklinik Homburg/Saar. Dorthin also, wo am 29. Dezember 2016 die Transplantation eines Lungenflügels Dieter Schommers das Leben rettete.