| 15:43 Uhr

Veranstaltung
Wacken-Feeling in der Eifel

FOTO: vladi nowakowski (now)
Daun-Rengen. Das Heavy-Metal-Festival „Der Detze rockt“ steigt heute und Samstag in Daun-Rengen. Der Veranstalter rechnet mit der Rekordmarke von 1500 Besuchern. Von Mario Hübner
Mario Hübner

Es ist das untrügliche Zeichen: Wenn sich in Daun auffallend viele Menschen mit langen Haaren sowie Jeans-oder Leder-Kutte mit vielen Aufnähern tummeln, steht das Musikfestival „Der Detze Rockt“ an - das einzige Metal-Open-Air der Region. Quasi das Wacken der Eifel - ok, wenn auch (noch) etwas kleiner und beschaulicher

In diesem Jahr (vom heutigen Freitag bis zum Sonntag) wird das Spektakel auf dem Detzenberg oberhalb von Daun-Rengen bereits zum achten Mal veranstaltet.

Wie sehr sich das Festival bereits etabliert und in der Szene einen Namen gemacht hat, verdeutlichen diese Zahlen: 2011 mit rund 300 Besuchern gestartet, zog das Festival im vergangenen Jahr bereits fast 1300 Besucher. Eine Marke, die in diesem Jahr noch überboten werden soll. Martin Geisen vom Veranstaltungskomitee sagt: „Der Vorverkauf für dieses Jahr läuft besser denn je. Wir rechnen aus den Erfahrungen der letzten Jahre mit rund 1500 Besuchern. Wir haben übrigens seit einigen Jahren regelmäßig Gäste aus Bulgarien, Spanien, England und sogar aus Argentinien.“

Geisen berichtet ebenfalls nicht ohne Stolz, dass bei der Befragung eines Metal-Musik-Magazins von vielen Tausend Lesern der „Detze“ auf Platz 15 der „Besten Festivals des Jahres 2016“ gewählt wurde. Und da waren auch die Mega-Events mit 100 000 Leuten dabei.

Dass der Detze so gut ankommt, hat vor allem mit der Musik zu tun (siehe Extra). In diesem Jahr spielen neben regionalen Nachwuchs-Bands mehrere Gruppen aus Schweden und England, aber auch aus Spanien und erstmals aus Finnland, sowie Musiker aus Brasilien. Geisen: Und wir bemühen uns stets, solche Bands zu bringen, die man ansonsten nur sehr selten sieht.“ Wie etwa „Oliver Dawson Saxon“ aus England, die am Freitagabend auftritt. Das ist die Band um die Saxon-Gründungsmitglieder Steve Dawson und Graham Oliver.

Die Beliebtheit des Festivals hat aber auch mit den moderaten Preisen und der familiären Atmosphäre zu tun. Rund 60 ehrenamtliche Helfer sind beteiligt, dass das Festival über die Bühne gehen kann. Ein Großteil davon gehört dem eigens dafür gegründeten gemeinnützigen Verein „Der Detze rockt e.V.“ an. Ein Teil des Erlöses wird wie jedes Jahr für einen guten Zweck gespendet.

Spenden gingen unter anderem an den Verein Christen helfen Bürgern, ans Café Asyl, an die MS-Stiftung RLP und an ein Hospiz in Trier. Geisen sagt: „Wir wählen die Nutznießer immer erst nach dem Festival aus, aber es wird definitiv jedes Jahr etwas gespendet.“

Ganz Rengen helfe, das alljährliche Großereignis zu stemmen. „Auch wenn viele die Art der Musik gar nicht mögen - sie finden es dennoch klasse, dass hier etwas auf die Beine gestellt wird.“

Und so kommt es zu Bildern, die man auf Heavy-Metal-Meetings sonst nicht sieht: Inmitten der tobenden Fans hält ein Großvater seine Enkelin hoch, damit sie ein Foto von der wilden Horde schießen kann, draußen, zwischen Park- und Campingplatz spaziert eine Gruppe älterer Damen gut gelaunt und in Wanderkleidung über das Gelände.

Geisen sagt: „Es kommt eben super an, dass wir etwas auf die Beine stellen. Und die Besucher schätzen neben der Musik, dass sie Leute aus der ganzen Welt treffen und mit den Bands abends noch zusammen am Bierstand stehen können.“

 Auch in den Pensionen und Hotels in und um Daun macht sich bemerkbar, dass wieder „Detze-Zeit“ ist: So haben die Veranstalter alleine 80 Übernachtungen in der Stadt Daun nur für Musiker gebucht. Zudem gehen an regionale Firmen etliche Aufträge: vom Getränkevertrieb bis zur Licht- und Ton-Gestaltung.

Es ist wieder soweit: Der Detze rockt.
Es ist wieder soweit: Der Detze rockt. FOTO: TV / David Haas