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Kirche
Kirchenmusiker seit einem halben Jahrhundert

Hermann-Josef Krämer – mit den beiden Tassen – ist seit 50 Jahren Organist in Kelberg.
Hermann-Josef Krämer – mit den beiden Tassen – ist seit 50 Jahren Organist in Kelberg. FOTO: Brigitte Bettscheider
Kelberg/Boxberg. Hermann-Josef Krämer aus Boxberg ist seit 50 Jahren Organist und Chorleiter in der Pfarrei Kelberg.

Statt „Fangen wir an!“ zu sagen, hebt Hermann-Josef Krämer in Zukunft bei der Kirchenchorprobe wahrscheinlich seine Dauner Tasse mit dem Aufdruck „Da je!“, was einem aufmunternden Ansporn gleichkommt.

Und wenn dann die Sänger den richtigen Ton gefunden haben, kommt die Tasse mit „Majusebetter“ zum Einsatz. Das ist ein beliebter Eifeler Dialektausdruck tiefer Bewunderung und – in der zeitgleichen Anrufung von Maria (Marie), Josef (Jusep) und Petrus (Pitter) – Ausdruck des Respekts vor den mannigfaltigen Wundern dieser Welt.

Die beiden Tassen gehören zu den Geschenken, die Pfarrer Ulrich Apelt im Rahmen eines Festgottesdienstes dem Organisten Hermann-Josef Krämer zu dessen Dienstjubiläum überreicht, ergänzt um die entsprechenden Vorschläge zu ihrer Verwendung in den Chorproben.

„Seit 50 Jahren sind Sie mit großem Engagement und mit Überzeugung Organist und Chorleiter“, bescheinigt der Pfarrer dem Jubilar. Dass es immer noch einen Kirchenchor in den Pfarreien Kelberg, Hilgerath und Uess gebe, sei Krämers Verdienst, betont Apelt. Habe er doch die drei Chöre, die einzeln hätten aufgelöst werden müssen, zu einem Chor zusammengeführt. Bei der Familie von Hermann-Josef Krämer bedankt sich der Pfarrer für das Verständnis und die Toleranz für den Dienst, besonders an den Hochfesten.

Hermann-Josef Krämer (71) stammt aus einer musikalischen Brücktaler Familie. Sein Vater Peter Krämer hatte es auf rekordverdächtige 70 Jahre als Organist in der Pfarrei Welcherath gebracht, und eben dort hatte auch die Organistentätigkeit seines ältesten Sohnes Hermann-Josef begonnen. Von 1965 bis 1968 absolvierte dieser die C-Ausbildung an der Kirchenmusikschule Trier. „Das war stramm“, erinnert sich Krämer heute; denn für die Ausbildung benötigte er jeweils den kompletten Jahresurlaub als Angestellter der Kreissparkasse Vulkaneifel.

Unter dem damals neuen Pastor Josef Ockenfels trat Hermann-Josef Krämer am 1. Dezember 1968 als Organist seinen Dienst an. Gleichzeitig rief er den Kirchenchor wieder ins Leben, der in der Pfarrei Kelberg immerhin das Jahr 1686 als seinen Ausgangspunkt nehmen kann.

Er verstehe seinen Dienst als musikalische Begleitung durch das Kirchenjahr und durch das Leben der Pfarrangehörigen von der Taufe bis zum Tod, erklärt Krämer dem Trierischen Volksfreund. Die wöchentlichen Chorproben machten ihm Spaß – „wenn ich auch froh um jede weitere Stimme wäre“, räumt er ein.

Hat ein Organist und Chorleiter eigentlich auch Lieblingslieder? „Jede Menge sogar“, sagt Krämer lachend. Gebe es doch so viele schöne Lob- und Dank- und Christus- und Marienlieder, nicht zu vergessen die herrlichen Gesänge an Ostern und Weihnachten.

Wer Jubiläum hat, darf sich natürlich was wünschen. „Gesundheit vor allem“, lautet seine spontane Antwort. „Denn ich möchte noch möglichst lange Organist und Chorleiter in der Pfarreiengemeinschaft Kelberg bleiben.“