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Hochaltar als neues Schmuckstück

Restauriertes Schmuckstück in der St.-Antonius-Filialkirche in Utzerath: der Hochaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert. TV-Foto: Brigitte Bettscheider
Restauriertes Schmuckstück in der St.-Antonius-Filialkirche in Utzerath: der Hochaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert. TV-Foto: Brigitte Bettscheider
Utzerath. In der Filialkirche St. Antonius in Utzerath ist nach der Rückkehr des restaurierten Hochaltars ein wesentlicher Meilenstein der rund 50 000 Euro teuren Gesamtsanierung gefeiert worden. Die Pfarrangehörigen freuen sich über das gelungene Werk und spenden eifrig. Brigitte Bettscheider

Utzerath. "Wie schön!", zitieren Pfarrer Carsten Rupp (Gillenfeld) und der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats Darscheid, Hans-Peter Saxler (Utzerath), Besucher des Gottesdienstes, in dessen Rahmen der restaurierte Hochalter feierlich enthüllt, mit Kerzen und Blumen geschmückt und mit Weihrauch verehrt worden war. Einige Tage zuvor war der Altar unter Glockengeläut in die Kirche des 200-Seelen-Dorfs zurückgekehrt - nach der mehrere Monate umfassenden Restaurierung im Saarland.
Der Hochaltar stammt mit Ausnahme des Tabernakels (1968) aus dem 18. Jahrhundert und ist markant wegen seiner freistehenden Säulenarchitektur, der Muschelnische für den Kirchenpatron St. Antonius, weiteren Nischen für die Heiligenfiguren Wendelinus, Bartholomäus und Odilia sowie das umrahmende Rankenwerk. Da er aber offenbar seinerzeit aus unterschiedlichen Altären zusammengebaut wurde, habe die Bischöfliche Denkmalpflege empfohlen, ihm eine komplett neue Farbgestaltung zu geben, um ein ganzheitliches Bild zu erreichen, erklärt Pfarrer Rupp.
"Wie klug!", meint er nun mit Blick auf die feinen Marmorierungen und die farbliche Fassung in Grau, Blau, Gold und Weiß. Und weil ein Hochaltar ohne Podest nicht recht zur Geltung komme, habe Hans-Peter Saxler - der Landwirt ist auch gelernter Schreiner- einen Sockel aus Eiche gefertigt.
Am Beginn der Kirchensanierung stand im Oktober 2011 die Begasung des gesamten Innenraumes zur Bekämpfung des Holzwurms. Es war ein gleichermaßen Aufsehen erregendes wie aufwendiges und höchst wirkungsvolles Verfahren (der TV berichtete).
Es folgte die Erneuerung der Elektrik und der Beleuchtung. Ein Aufgang zum Dachraum und ein Laufsteg im Dachstuhl wurden gebaut.
In Eigenleistung wurden die Wände des Chorraums gesäubert und anschließend von einer Fachfirma neu gestrichen. Auf dem Plan stehen noch die Anpassung des Zelebrationsaltars und der Kommunionbänke an den Hochaltar, der Anstrich der Kirchenschiffwände und die künstlerische Ausmalung des Chorraums.
"Die Bewohner von Utzerath haben die Verantwortung für das Erbe ihrer Vorfahren übernommen", betont Pfarrer Rupp. Soll heißen: So wie die Menschen früher beim Bau und der Ausstattung der Kirche (1849 eingeweiht) viel investiert hätten, so beteiligten sich heute ihre Nachkommen mit freiwilligen Arbeiten und großer Spendenbereitschaft am Erhalt - etwa bei den monatlichen Sonderkollekten oder im Festgottesdienst zur Rückkehr des Hochaltars.
Insgesamt seien bisher 13 000 Euro für die rund 50 000 Euro teure Gesamtsanierung gespendet worden, erklärt Saxler. An den Kosten für die Restaurierung des Hochaltars beteiligte sich das Bistum Trier mit 25 Prozent, für den Laufsteg und die Elektrik gab es 60 Prozent. Die Beleuchtung ist aus Mitteln einer RWE-Initiative finanziert worden.