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Hotel noch immer nicht vom Hals

Wie es mit dem Hotel Augustiner-Kloster weitergeht, ist auch nach dem zweiten Versteigerungstermin nicht klar.Foto: Gabi Vogelsberg
Wie es mit dem Hotel Augustiner-Kloster weitergeht, ist auch nach dem zweiten Versteigerungstermin nicht klar.Foto: Gabi Vogelsberg
DAUN/HILLESHEIM. (mh) Die Suche geht weiter: Auch beim zweiten Termin der Zwangsversteigerung des seit fast zwei Jahren leer stehenden Golf- und Sporthotels Augustiner-Kloster in Hillesheim vor dem Dauner Amtsgericht fand sich kein neuer Eigentümer.

"Eine halbe Stunde kann ganz schön lange sein", sagte Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein und erntete dafür Zustimmung von vielen der rund 20 beim Zwangsversteigerungstermin Anwesenden. Worauf er anspielte, war die Zeit, die Rechtspfleger Helmut Hahn vorgab, um Gebote für das seit knapp zwei Jahren leer stehende Hotel abgeben zu dürfen. Doch obwohl er noch zwei Minuten drauflegte und erst um exakt 10.58 Uhr die Versteigerung schloss, blieb es bei der Zurückhaltung im Saal. Bis vor wenigen Jahren, erzählte Hahn später, habe die Biet-Zeit eine Stunde betragen. Ungläubiges Kopfschütteln und Aufatmen zugleich, dass dem nicht mehr so ist. Genau genommen ging und geht es gar nicht um den gesamten Hotelkomplex. Vielmehr soll "nur" der Teil unter den Hammer kommen, der nicht der Stadt gehört. Demnach bleiben die im Hotel integrierte Stadthalle, die Konferenzräume, das Restaurant, die Küche und einige Kellerräume außen vor. Das sind insgesamt 40 Prozent des Gebäudes. Doch immerhin: Die anderen 60 Prozent des Gebäudes, die zur Versteigerung stehen, sind mit einem Verkehrswert von rund 2,6 Millionen Euro eingestuft worden. Da hat es schon manch einen verwundert, dass das Mindestgebot von Hahn auf "nur" rund 90 000 Euro angesetzt worden ist, und dennoch niemand das vermeintliche Schnäppchen haben wollte. Das wäre auch bei einem Gebot von beispielsweise 100 000 Euro nicht zu erwarten gewesen, denn sowohl die Gläubigerbank als auch die Stadt haben ein Veto-Recht. Missfällt ihnen ein Gebot oder Bieter, können sie ablehnen. Zur Erklärung: Das Mindestgebot wird nach den Kosten ermittelt, die in Bezug auf das seit zwei Jahren leer stehende Hotel noch offen sind. Das sind einerseits die kommunalen Abgaben von der Grundsteuer bis zur Müllabfuhr. Und die haben sich auf fast 70 000 Euro summiert. Andererseits sind die Gerichtskosten auf mittlerweile rund 20 000 Euro angewachsen.Gläubiger kündigt weitere Verfahren an

Weitere Verfahren - laut Hahn können es noch drei werden - sind zu erwarten. Das haben die Vertreter der Gläubigerbank, der Hypovereinsbank Luxemburg, bereits kurz nach der Sitzung verkündet. Bankmitarbeiter Dieter Herschbach sagte: "Es wird mit Sicherheit einen weiteren Versteigerungstermin geben." Mit Sicherheit aber nicht vor März nächsten Jahres, meinte Rechtspfleger Hahn mit Blick auf die gesetzlichen Fristen und seinen Terminkalender. Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein, der wie Verwaltungschef Alfred Pitzen anwesend war, hatte nach eigenem Bekunden kein Gebot erwartet, da im Vorfeld kein Interessent an die Stadt herangetreten war. Er sagte: "Jetzt werden wir verstärkt versuchen, dass Hotel selbst an den Mann zu bringen." Wie, sagte er nicht. Wohl aber, weshalb. Wegen der 20 000 Euro Kosten im Jahr für die Unterhaltung, wegen der "horrenden Einbrüche der Übernachtungszahlen für Hillesheim" und "weil das mit der Stadthalle, wo nicht mal mehr eine Familienfeier veranstaltet werden kann, kein Dauerzustand ist". Kurzum, so Stein: "Weil wir das Hotel endlich vom Hals haben wollen."