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Im Gedenken an die Flutopfer

KELBERG. (bb) Spürbar bewegt waren die rund 250 Teilnehmer der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Bombenangriffe auf Kelberg am 27. Dezember 1944 und 16. Januar 1945. Mit einem Schweigemarsch und einem Friedensgebet gedachten sie nicht nur der Kriegsopfer vor 60 Jahren, sondern übten Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe in Südasien.

Da hatten sich einige Menschen um Ortsbürgermeister Werner Blum Gedanken gemacht: Mit viel Gespür für die Erinnerung an schreckliche Tage in der Geschichte Kelbergs (und darüber hinaus) hatten sie den Ablauf einer sehr andächtigen Feierstunde geplant. Als sich der Zug der etwa 250 Menschen vom Markplatz aus zur Pfarrkirche in Bewegung setzte, mag Blums Ansprache wohl bei den meisten nachgehallt haben: "Heute vor 60 Jahren war der schreckliche Krieg, der schon vorher großes Leid über Kelberger Familien gebracht hatte, plötzlich in der Heimat ganz nah, ganz aktuell und ganz grausam."Der Ortsbürgermeister zeichnete mit wenigen Worten das Inferno von damals nach und lud dann dazu ein, schweigend an den Stätten früherer Verwüstung und des Todes vorbeizugehen und das Kerzenlicht als Zeichen der Gewaltlosigkeit und der Hoffnung vor sich her zu tragen. Der 80-jährige Albert Koch ging mit einem Kreuz der Prozession voraus; er hatte bei dem ersten Bombenangriff den Vater und eine Schwester verloren, und das Elternhaus war zerstört worden.In der St. Vinzenzius-Kirche verdichtete sich das Gedenken, als Hartmut Beitzel, Wilhelm Jonas, Alois Kapell, Kathi Mauren, Hermann Molitor und Karl-Heinz Sicken Zeitzeugenberichte mit dem Tenor "... das werde ich niemals vergessen" sowie literarische Texte und Fürbitten vortrugen. Das Bild der hell erleuchteten Pfarrkirche nahm der Geistliche Heinrich Schlags aus Dreis bei Wittlich zum Anlass für ein berührendes Gedenken und ein Hoffnung spendendes Segensgebet.Spenden für die Sri-Lanka-Hilfe

Der heute 85-Jährige hatte als gerade geweihter Priester im Dezember 1944 und Januar 1945 bei der Familie eines Studienfreundes im Kelberger Ortsteil Köttelbach Zuflucht gefunden. Seine Schwester Maria, die kurz vor dem 16. Januar zu Besuch gekommen war, wurde bei dem Bombenangriff getötet. Zum Zeichen der Solidarität mit Katastrophenopfern der heutigen Zeit wurden Spenden für die Sri-Lanka-Hilfe des Bonner Redemptoristenpaters Bernd Kremer gesammelt. Es kamen 1019 Euro zusammen.