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Von der Eifel auf die Leinwand - Dauner Schauspieler in Kinofilm

Für Bernd Hölscher aus Daun ist „Der Hauptmann“ sein erster Kinofilm.
Für Bernd Hölscher aus Daun ist „Der Hauptmann“ sein erster Kinofilm. FOTO: Helmut Gassen
Daun. In dem Kinofilm „Der Hauptmann“ spielt ein Schauspieler aus Daun mit: Bernd Hölscher. Von Helmut Gassen

Premierenflair mit rotem Teppich im Kinopalast Vulkaneifel am Sonntagnachmittag: Zur Aufführung stand der von Regisseur Robert Schwentke gedrehte und fünffach für den Deutschen Filmpreis 2018 nominierte Film „Der Hauptmann“, der am 7. September 2017 beim Toronto International Film- Festival Weltpremiere hatte. Die Dreharbeiten begannen am 10. Februar 2017 in Polen, Mitte April 2017 wurden die Dreharbeiten beendet.  Für den Dauner Theaterschauspieler Bernd Hölscher ist der Kinofilm „Der Hauptmann“, in dem er den SA-Führer Schütte in einem Lager spielt, die erste große Kinorolle. Hölscher war bei der Eifeler Premiere in Daun dabei. Noch ist er  in der Auflistung der Akteure des Kinofilms im Internetlexikon Wikipedia zwar ein unbeschriebenes Blatt, doch das kann sich ändern.

Hölscher – 1971 in Münster geboren -– ist in Neunkirchen und Daun aufgewachsen. Nach dem Abitur am Thomas-Morus-Gymnasium zog er 1991 aus Daun weg und studierte Deutsch und Geschichte auf Lehramt. „Schon als Kind habe ich in Neunkirchen im Theater Sketche gespielt. Während des Studiums spielte ich auch wieder, oft an fünf Tagen die Woche, bei verschiedenen Theatergruppen mit. Dann merkte ich, dass ich Nägel mit Köpfen machen muss, und ging auf die Schauspielschule“, erzählt der 46-Jährige im TV-Gespräch. Er spielte unter anderem in Rostock, Dortmund, Braunschweig, Detmold und Stuttgart. Seit sieben Jahren ist er am Theater in Kassel beschäftigt.

„Mit der Schauspielerei ist für mich ein Traum wahr geworden. Ich hatte schon viele schöne und große Rollen beim Theater in Kassel, das Programm dort ist sehr breit gefächert“, sagt der Mime. Das letzte Jahr veränderte vieles im Leben des Dauners. Erst spielte er als Komparse im Fernsehen mit, und dann kam das große Kino. „Mein erster bezahlter Drehtag war im Film „Radegund“ von Regisseur Terrence Malick. Das war ein Erlebnis. Ich bin gespannt, ob ich nach dem Schnitt auch noch im Film auftauche“, erzählt Hölscher. Als Filmdarsteller werde man  besser bezahlt.

Zum Darsteller in „Der Hauptmann“ kam Bernd Hölscher, wie er selbst sagt, „durch eine Million Zufälle“ und einen bekannten Moderator und Produzent. „Hubertus Meyer Burckhardt hat mich in Kassel als „Woyzeck“ und in zwei weiteren Rollen gesehen und wollte mich mal besetzen, und eine Agentur hat mich auch bekniet, bei einem Film mitzumachen“. Nach drei Castings war es dann soweit.   Doch die Rolle als SA-Führer Schütte verlangte auch viel von ihm. „Er war physisch schwer, wenn man sich einen Monat lang in diese Uniform zwängt, mit Knüppel dran und einer Waffe im Holster – und das von morgens bis abends. Sich selbst so zu sehen, das ist schwer zu ertragen – und das im ersten Film. Wenn wir eine Nacht lang Erschießungen gedreht haben, da hat auf der Rückfahrt keiner mehr gequatscht und gelacht.“

„Der Film hat mir noch mal klar gemacht, dass ich glücklich sein kann, dass ich diese Zeit nicht erlebt habe. Aber es stellt sich auch die Frage, wie ich zu meinen Einstellungen stehen würde, wenn jemand mir eine Waffe an den Kopf hält. Das war alles schrecklich“, sagt er.

Für Bernd Hölscher beginnt vielleicht jetzt eine Filmkarriere. „Ich wäre froh, wenn ich noch weitere Rollen bekomme. Es sind so ein, zwei Sachen im Kommen, da darf ich aber noch nicht darüber sprechen.“