| 17:09 Uhr

Gedenken
Innehalten in der Innenstadt

Wittlich. Rundgang: An acht Stationen können Menschen in Wittlich im November der Opfer der Judenverfolgung gedenken. Eröffnung ist am Samstag.

Es soll etwas Besonderes sein, das in diesem Jahr an die Pogromnacht 1938 erinnert, die sich  dieses Jahr zum 80. Mal jährt.

So entstand im Arbeitskreis Jüdische Gemeinde in Wittlich die Idee, mit einer Schulklasse zu kooperieren  und etwas Plastisches, Greifbares zu schaffen, wie René Richtscheid, Geschäftsführer des Emil-Frank-Institut, das ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist (siehe Extra), erzählt.  „Wir wollten ein Kunstprojekt schaffen, eine andere Herangehensweise an das Thema bekommen“, berichtet Richtscheid von den Anfängen.

In Kunstpädagogin Liane Deffert vom Peter-Wust-Gymnasium fanden die Initiatoren eine Begleiterin, die mit der Klasse 10 b (Schuljahr 2017/18) das Projekt realisierte.  Im zweiten Halbjahr setzten sich die damals 15- bis 16-Jährigen mit der Geschichte der Pogromnacht 1938 abseits vom eigentlichen Stoff des Lehrplans auseinander, den sich die Zehntklässler trotzdem „alle in Heimarbeit selbst erarbeitet haben“, wie Liane Deffert sagt.

Entstanden sind acht Mahnmale, die alle eine Beziehung zum Thema Flucht haben und die in dieser Woche in der Wittlicher Innenstadt aufgestellt werden (siehe Grafik). Am kommenden Samstag wir der Rundgang offiziell eröffnet (siehe Extra). Dann sind auch einige der Gymnasiasten dabei und erklären ihre Arbeit.

Für den TV hat das Katharina Lukas bereits im Vorfeld getan. Sie erklärt die blaue Farbe der ausgestellten Skulpturen wie Koffer, Rucksack, Schlüssel oder Schuhe damit, dass „Blau ein guter Kontrast zur Flucht ist und weil die Farbe mit positiven Eigenschaften wie Ruhe und Gelassenheit assoziiert wird, aber auch ein Gefühl der Melancholie auslöst“, sagt sie.  Die Texte, die an den Skulpturen angebracht werden, stammen vom Arbeitskreis Jüdische Gemeinde Wittlich.

Blauäugig gehen die Macher des Projekts trotz der leuchtenden Farbe nicht an ihre Arbeit heran. „Es ist uns klar, dass die Objekte auch zerstört oder kaputt gehen können“, sagt Deffert. Aber damit könne man umgehen, auch könnten die Wettereinflüsse die Mahnmale zerstören. Für alle Objekte, die nach dem 25. November noch heil sind, gibt es eine Verwendung: „Wir können sie im Institut aufbewahren, für eine weitere Nutzung durch Schüler oder andere Gruppen“, sagt René Richtscheid. Vielleicht entstehe so auch ein Anreiz für kommende Klassen, sich ebenfalls in einem ähnlichen Projekt zu engagieren und dem Thema Holocaust zu nähren. „Dafür sind wir jederzeit offen“, sagt der Geschäftsführer des Emil-Frank-Instituts. „Dafür würde ich sogar eher einen Termin mit einem Professor absagen.“

Unter anderem dieses Objekt zum Thema Flucht und Vertreibung haben die Schüler für den Rundgang in der Wittlicher Innenstadt gestaltet.
Unter anderem dieses Objekt zum Thema Flucht und Vertreibung haben die Schüler für den Rundgang in der Wittlicher Innenstadt gestaltet. FOTO: TV / Liane Deffert
Unter anderem diese Objekte haben die Schüler für den Rundgang in der Wittlicher Innenstadt gestaltet.
Unter anderem diese Objekte haben die Schüler für den Rundgang in der Wittlicher Innenstadt gestaltet. FOTO: TV / Liane Deffert
Unter anderem diese Objekte haben die Schüler für den Rundgang in der Wittlicher Innenstadt gestaltet.
Unter anderem diese Objekte haben die Schüler für den Rundgang in der Wittlicher Innenstadt gestaltet. FOTO: TV / Liane Deffert
Unter anderem diese Objekte haben die Schüler für den Rundgang in der Wittlicher Innenstadt gestaltet.
Unter anderem diese Objekte haben die Schüler für den Rundgang in der Wittlicher Innenstadt gestaltet. FOTO: TV / Liane Deffert