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Infrastruktur
Neuer Anlauf: Nun passt es!

Die in die Jahre gekommene Laufbahn im Wehrbüschstadion soll 2019 erneuert werden.
Die in die Jahre gekommene Laufbahn im Wehrbüschstadion soll 2019 erneuert werden. FOTO: TV / Mario Hübner
Daun. Jugendhilfeausschuss des Kreises setzt Erneuerung der Tartanbahn im Wehrbüschstadion in Daun auf Platz eins der Prioritätenliste. Gesamtkosten von 660 000 Euro. Von Mario Hübner
Mario Hübner

Sie rannten, warfen, sprangen, was das Zeug hielt: Erst kürzlich war in Gerolstein die Einweihung der neuen Leichathletikanlage rund um den Sportplatz samt Leichathletik-Bezirksmeisterschaften gefeiert worden. Und das klappte nur, weil der Jugendhilfeausschuss des Kreises dem Vorhaben die höchste Priorität eingeräumt und somit eine Landesbezuschussung über 40 Prozent der Gesamtkosten ermöglicht hat. Das war vor zweieinhalb Jahren.

Kreisbeigeordneter Alois Manstein aus  Gerolstein, der bei der Einweihung dabei war, meinte daher: „Der Kreis hat gut daran getan, sich für das Projekt auszusprechen. Es ist eine Top-Anlage entstanden. Neben der Bezirksmeisterschaft haben viele Leute – ich auch – dort schon ihr Sportabzeichen abgelegt, und auch sonst sieht man schon viele dort ihre Runden laufen.“

Und nach dem Motto „Was für Gerolstein gut ist, ist für Daun gerade recht“ hat sich der Jugendhilfeausschuss des Kreises nun auch einstimmig für die Sanierung oder Erneuerung der Tartanbahn im Wehrbüschstadion – je nachdem, was wirtschaftlicher ist – ausgesprochen. Diese soll 2019 erfolgen. Konkret hat das Gremium das Vorhaben auf Platz eins der Prioritätenliste des Kreises gesetzt und damit für eine Landesförderung von 40 Prozent vorgeschlagen. Pro Jahr wird ein Sportstättenvorhaben im Kreis vom Land gefördert.

Gab es in den Vorjahren immer mal wieder heftige Diskussionen darüber, wer den begehrten Spitzenplatz und somit Aussicht auf rasche Realisierung erhält, ging es diesmal reibungslos über die Bühne. Denn, wie Landrat und Ausschussvorsitzender Heinz-Peter Thiel sagte: „Das Vorhaben war in diesem Durchgang das einzige, das angemeldet wurde. Es steht also in keiner Konkurrenz.“

Das mit 660 000 Euro veranschlagte Vorhaben kann somit mit einer Landesförderung von 264 000 Euro rechnen. Der Anteil des Trägers, der Verbandsgemeinde Daun, würde somit bei knapp 400 000 Euro liegen. Ob – ähnlich wie in Gerolstein – auch der Sportverein, also hier der TuS Daun, herangezogen wird, ist noch offen und Sache der Verhandlungen zwischen dem Träger und dem Verein.

Klar ist allerdings bereits, dass auf den Kreis finanziell nicht zu hoffen ist. So betonte Thiel: „Der Kreis kann sich nicht an dem Projekt beteiligen, denn das wäre erstens ungerecht, da wir uns auch nicht in Jünkerath, Kelberg oder Hillesheim beteiligt haben. Außerdem wäre das eine freiwillige Ausgabe, die uns wohl kaum genehmigt werden würde.“ Dennoch wünsche man „dieser Bahn einen guten Verlauf“, sagte er nach dem einstimmigen Votum.

 In den vergangenen Jahren war die Laufbahn-Sanierung immer mal wieder in der Diskussion, getan hat sich aber nichts. Denn zwischen der VG Daun als Baulastträger der Anlage und dem Kreis (die in der Trägerschaft des Kreises stehenden Kinder der Dauner Schulen sind Hauptnutzer der Leichtathletik-Anlagen) hat es keine Einigung über eine Kostenaufteilung gegeben.

Das hat auch Heinz Reifferscheid (76) aus Gönnerdorf – über Dekaden führender Mann bei der Leichtathletik-Gemeinschaft Vulkaneifel mit über 45-jähriger Trainerlaufbahn – geärgert. Er hatte gefordert, dass diesem  „unhaltbaren Kompetenzgerangel, das auf dem Rücken der Sport treibenden Jugend ausgetragen wird, ein Ende bereitet wird“.

Und bei der Diskussion um das wichtigste Sportstätten-Projekt im vergangenen Jahr hatte er erneut die Laufbahn-Erneuerung ins Gespräch gebracht, denn „das Wehrbüschstadion war immer das leichtathletische Zentrum des Kreises“. Aber: „Die Anlage wird von Jahr zu Jahr schlechter, es besteht dringender Handlungsbedarf – was angesichts von 25 Jahren Intensivnutzung völlig normal ist.“

Nun herrscht bei den Leichtathleten  Freude über die aktuelle Entscheidung.

Auf die Frage eines Ausschussmitglieds, ob der im vergangenen Jahr ausgewählte Neubau einer Sporthalle in Hillesheim mit Gesamtkosten von 2,6 Millionen Euro das aktuelle Vorhaben tangiere, antwortete Landrat Thiel: „Nein, das war ein Sonderprojekt, das im Rahmen der Fusion Gerolstein-Hillesheim-Obere Kyll daher auch einmalig vom Land mit 60 Prozent bezuschusst wird. Und dieses behindert auch keine Folgeprojekte.“

Die in die Jahre gekommene Laufbahn im Wehrbüschstadion soll 2019 erneuert werden.
Die in die Jahre gekommene Laufbahn im Wehrbüschstadion soll 2019 erneuert werden. FOTO: TV / Mario Hübner