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Klöckner lässt Landwirte ein wenig hoffen

Julia Klöckner spricht in Darscheid zu den Landwirten. TV-Foto: Mario Hübner
Julia Klöckner spricht in Darscheid zu den Landwirten. TV-Foto: Mario Hübner
Rund 120 Landwirte der Kreisverbände Daun und Cochem-Zell sind zur gemeinsamen Zusammenkunft nach Darscheid gekommen, um mit Julia Klöckner, Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium und designierte CDU-Kandidatin für das Amt des Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz, über die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren. Von unserem Redakteur Mario Hübner

Darscheid. Da haben wohl der Termin am frühen Nachmittag, das geschmolzene Eis und der Sonnenschein samt frühlingshafter Temperaturen Julia Klöckner und den Funktionären der beiden Kreisbauernverbände Daun (rund 1050 Mitglieder) und Cochem-Zell (rund 1300 Mitglieder, davon etwa 500 Bauern und 800 Winzer) einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Geringe Besucherzahl



Lediglich 120 Landwirte haben sich am vergangenen Samstag (dem ersten nach vielen Winterwochen, an dem ein vernünftiges Arbeiten draußen möglich war) Zeit genommen, um Julia Klöckner kennenzulernen: die vor wenigen Monaten berufene Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium und designierte CDU-Kandidatin für das Amt des Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz.

Die meisten von ihnen waren von Neugier auf die neue starke Frau aus Rheinland-Pfalz angetrieben, ihnen ging es nicht primär darum, über die Zukunft der Landwirtschaft, das Motto des Tages, zu diskutieren. Aber auch dazu gab die Staatssekretärin aus Bad Kreuznach einige konkrete Prognosen ab.

So sagte sie: "Es gibt zwar keinen Anlass zur Euphorie, aber immerhin erste positive Anzeichen, dass die Preise für landwirtschaftliche Produkte wieder steigen werden. Bis 2018 ist bei Getreide mit einer Steigerung von zehn bis 20 Prozent und bei pflanzlichen Ölen von bis zu 30 Prozent zu rechnen. Der Fleischpreis hingegen wird mittelfristig eher stagnieren."

Eine Einschätzung, die Leo Blum, Präsident des Bauernverbands Rheinland-Nassau und Vorsitzender des Kreisverbauernverbands Daun, bestätigte: "Die aktuellen Preise für Fleisch und Milch, die leicht angezogen sind, lassen für dieses Jahr hoffen."

Beide, Blum und Klöckner, betonten aber auch die beschränkten Einflussmöglichkeiten. So sagte die Staatssekretärin: "Die Politik macht nicht die Preise, sie kann nur die Rahmenbedingungen für die Landwirte verbessern. Und das haben wir im Rahmen von Sofortprogrammen und beispielsweise durch die Beitragssenkung für die landwirtschaftliche Unfallversicherung getan."

Mit diesen Ausführungen erntete Klöckner zwar hier und da zustimmendes Nicken, für Beifallsstürme reichte das aber noch nicht. Immerhin lautstarken Applaus heimste sie für ihr ebenso ehrliches wie leidenschaftliches Grundsatzplädoyer für die heimische Landwirtschaft ein. Da begab sich die Winzerstochter aus Bad Kreuznach auf bekanntes Terrain. Das nahmen ihr die Bauern ab. Wenn sie beispielsweise davon sprach, dass man die heimischen Bauern auch in Zeiten der Globalisierung brauche, um eine zumindest teilweise eigene Versorgung und ein Bewusstsein für die Wertigkeit von Lebensmitteln aufrechtzuerhalten. "Und damit die Kinder wissen, dass eine Kuh eben nicht lila ist." Überhaupt müssten die Themen Ernährung und Landwirtschaft stärker in Schule und Bildung verankert werden. Ohnehin war viel von müssen, wollen und fordern die Rede. Besonders dann, wenn Dauns Bauernchef Blum und sein Cochem-Zeller Amtskollege Hans-Jürgen Sehn redeten und ihre Appelle an Staatssekretärin Klöckner richteten. Die nahm es mit einem Lächeln hin, notierte eifrig und sicherte zu, die Belange der Landwirte im Blick zu behalten.

Und nach der Feststellung von Leo Blum, "es ist gut, dass wir mit Julia Klöckner eine Repräsentantin aus Rheinland-Pfalz an der richtigen Stelle in der Bundesregierung haben", brandete dann doch noch kurz ein kleiner Beifallssturm auf.

Julia Klöckner war am Wochenende auch beim Regionalforum in Trier zu Gast. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 3