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Müllskandal in Lavagrube Dockweiler hat Nachspiel

Die Sanierungsarbeiten in der Grube in Dockweiler sind bereits seit langem abgeschlossen, juristisch geht der Skandal um illegale Müllablagerung in großem Stil nun in die Endphase. Archiv/TV-Foto: Gabi Vogelsberg
Die Sanierungsarbeiten in der Grube in Dockweiler sind bereits seit langem abgeschlossen, juristisch geht der Skandal um illegale Müllablagerung in großem Stil nun in die Endphase. Archiv/TV-Foto: Gabi Vogelsberg
Daun/Dockweiler. Beihilfe zu illegaler Müllentsorgung, Untreue und Bestechlichkeit: Wegen dieser drei Vorwürfe müssen sich heute zwei ehemalige Mitarbeiter einer Lavagrube in Dockweiler verantworten, in der tonnenweise illegal Müll entsorgt worden war. Mario Hübner

Daun/Dockweiler. Die zum Himmel stinkenden Mülllberge sind längst abtransportiert und ordnungsgemäß entsorgt worden, juristisch hat der Skandal um illegale Abfallablagerung aber noch ein Nachspiel: In der Lavagrube Dockweiler sind zwischen Juni 2006 und Januar 2007 rund 7800 Tonnen eines Gemischs aus zerkleinertem Plastik- und Elek troschrott, Bio- und Restmüll sowie Erde illegal abgelagert worden.
Es wurde versucht, das belastete Material im Rahmen der Renaturierung der Grube verschwinden zu lassen. Durch einen anonymen Hinweis flog die Sache auf.
Auftraggeber war der Chef eines Abfallverwertungsbetriebs in Gremberghoven in Nordrhein-Westfalen. Er soll 940 000 Euro dafür kassiert haben, dass er besagte 7800 Tonnen Müll falsch deklariert und entsorgt hat. Wie sich später herausstellte, hat er auch in der Lavagrube in Strohn illegal Abfall entsorgen lassen. Der Mann ist ebenso wie ein Komplize in Köln zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Gruben wurden saniert, das belastete Material ordnungsgemäß entsorgt.
Das Verfahren gegen Annemarie Grommes, Pächterin der Grube in Dockweiler, ist zwischenzeitlich eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie von den illegalen Machenschaften nichts wusste. Dafür aber zwei ihrer ehemaligen Mitarbeiter. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben sie es erst ermöglicht, dass der Müll in der Grube verklappt werden konnte. Und für ihre "Hilfe" sollen sie die Hand aufgehalten haben. So habe der ehemalige Disponent der Firma die Fahrzeuge und die Touren eingeteilt. Auf der Hinfahrt wurde Gestein in den Norden gebracht, auf der Rückfahrt ein Abstecher bei der Müllfirma gemacht, die belastete Fracht auf- und in der Grube abgeladen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der heute 48-Jährige pro Tour 50 Euro kassiert, insgesamt 15 000 Euro.
7500 Euro hat laut Staatsanwaltschaft ein anderer Mitarbeiter kassiert, der für die Abrechnungen zuständig war. Pro unterschlagenem Lieferschein sollen es 100 Euro gewesen sein. Denn wo kein Lieferschein existiert, kann es laut Buchführung auch keine Lieferung gegeben haben.
Die Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen Disponenten einen Strafbefehl über eine einjährige Haftstrafe auf Bewährung verhängt, gegen den anderen Mitarbeiter über neun Monate Haft auf Bewährung. Beide Verdächtigen haben dagegen Widerspruch eingelegt. Daher kommt es heute, Mittwoch, 1. Juni (um 10.45 Uhr), zu einer öffentlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht in Daun.
Als Zeugen geladen sind die beiden Haupttäter, die von der Polizei vorgeführt werden.