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| 18:13 Uhr

Natur
Nächtliche Begegnung mit einem Wolf

Ein Wolf in einem Tierpark (Symbolbild).
Ein Wolf in einem Tierpark (Symbolbild). FOTO: dpa / Holger Hollemann
Virneburg/Ditscheid/Sarmersbach. Jäger Herbert Schmitt hat nach eigenem Bekunden nachts auf einer Landstraße zwischen zwei an der Kreisgrenze zur Vulkaneifel gelegenen Dörfern einen Wolf gesehen. Wenn er selbst auch keine Angst vorm „bösen Wolf“ hat – dass es ein Streitthema ist, ist auch ihm bewusst. Von Brigitte Bettscheider

„Was war das denn?“, fragt sich im ersten Augenblick Herbert Schmitt, als mitten in der Nacht auf der Landstraße zwischen Ditscheid und Münk (Landkreis Mayen-Koblenz) ein Tier die Scheinwerferkegel seines Autos kreuzt. Im Unterbewusstsein sei sofort der Gedanke „ein Wolf!“ aufgetaucht, erinnert sich der 70-Jährige im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund – „aber ich wollte es ersteinmal nicht glauben.“ Schmitt hält an, steigt aus, geht zu der Stelle, an der das Tier eben die Fahrbahn überquert hat und sieht es über ein Feld davon trotten. „Ja, trotten“, betont der Jäger, der zu diesem Zeitpunkt von einer erfolglosen Wildschweinjagd im Revier Ditscheid (etwa vier Kilometer von Oberelz im Landkreis Vulkaneifel entfernt) auf dem Heimweg nach Virneburg ist. Er habe das Tier am Trotten als seiner typischen Gangart sowie an Fellzeichnung, Fußstellung und Körperbau als Wolf erkennen können.

Herbert Schmitt ruft noch auf der Stelle seinen Jagdfreund in Ditscheid an und erzählt ihm von der Begegnung. Dabei erfährt er, dass zwei weitere Jäger in derselben Nacht auf der Fahrt zum Ansitz ebenfalls einen Wolf gesehen haben, und zwar etwa einen Kilometer entfernt von der Landstraße, die das Tier vor Schmitts Augen überquerte. Den beiden Männern sei es gelungen, den Wolf mehrere Minuten lang mit einem Nachtsichtgerät und einer Wärmebildkamera zu beobachten.

„Da war mir absolut klar, es war wirklich ein Wolf“, sagt Herbert Schmitt. Ihm sei schon an dem Abend aufgefallen, dass die Rehe nicht aus dem Wald gekommen seien. „Dann stimmt etwas nicht“, erklärt er. Weiß er doch, dass Rehe nicht „in Anblick kommen“, wenn sich zum Beispiel ein Wolf in der Gegend aufhält.

   Tags darauf dann wird, ebenfalls von einem Jäger, ein Wolf am Ortsrand von Kaisersesch (Landkreis Cochem-Zell) gesehen. Dies sei wahrscheinlich „sein“ Wolf gewesen, meint Schmitt. Möglicherweise handele es sich auch um das Einzeltier, das zuletzt in der Nordeifel, im Hohen Venn und im Eifelkreis Bitburg-Prüm gesichtet worden sei (der TV berichtete),  „Wölfe legen an einem Tag 50 und mehr Kilometer zurück“, weiß Herbert Schmitt.

   Ja, der Wolf sei ein Streitthema. „Ich persönlich und als Jäger habe nichts gegen den Wolf“, erklärt er. „Ich hätte aber sehr wohl etwas gegen ihn, wenn ich Schafe oder Ziegen halten würde“, räumt er ein. Sind doch solche mittelgroßen Pflanzen fressenden Säugetiere bevorzugte Nahrung von Wölfen. Menschen müssten keine Angst vor der Begegnung mit einem Wolf haben, da er den Menschen nicht als Feind ansehe. Sollte die Population der in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Raubtierart allerdings deutlich anwachsen, sei eine entsprechende Änderung des Jagdrechtes unumgänglich. Dann dürfte der Wolf gejagt werden.