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Gesellschaft
Beratungsstelle auf Augenhöhe

Alfred Pick, Edith Bartelmes (Mitte) und Angelika Rau beraten Menschen mit Behinderung und Angehörige im Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifelkreis.
Alfred Pick, Edith Bartelmes (Mitte) und Angelika Rau beraten Menschen mit Behinderung und Angehörige im Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifelkreis. FOTO: TV / Stefanie Glandien
Bitburg. In Bitburg gibt es eine neue Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige. Die Berater geben unabhängigen Rat bei Fragen zu Unterstützungs- und Hilfeangeboten – auch in Teilen des Vulkaneifelkreises. Von Stefanie Glandien
Stefanie Glandien

Wie beantrage ich einen Behindertenausweis? Bekomme ich für den Umbau eines behindertengerechten Bades Geld und wenn ja, wo?  Wo finde ich eine Ausbildungsstelle für meine erblindete Tochter? Das ist nur eine Auswahl von Fragen, auf die Menschen mit Behinderung oder deren Angehörige Antworten haben möchten.

Seit dem 1. Januar 2018 fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB). Eine solche Beratungsstelle gibt es auch in Bitburg,  in der Maria-Kundenreich-Straße 4. Angesiedelt ist sie beim Zentrum für selbstbestimmtes Leben (ZsL), Regionalstelle Bitburg-Prüm.

Das hat schon reichlich Erfahrung auf dem Gebiet – nämlich genau zehn Jahre. Der Schwerpunkt des ZsL war zunächst die Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt. So wurden Praktika und Ausbildungsplätze vermittelt. Hilfestellung gibt es aber auch beim Umgang mit Geld, bei der Freizeitgestaltung oder bei anderen Angeboten zur Teilhabe am Leben. Das ZsL führt monatlich zwischen 350 und 400 Beratungsgespräche.

Nun kommt mit der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung noch ein neuer Aspekt hinzu. Dort erhalten die Menschen einen Überblick über alle möglichen Unterstützungs- und Hilfeangebote im Eifelkreis Bitburg-Prüm, im Vulkaneifelkreis und gegebenenfalls auch überregional. Neben erfahrenen Mitarbeitern beraten dort auch Menschen, die selbst auch von Behinderung und Krankheit betroffen sind. Einer davon ist Alfred Pick: „Ich bin selbst schwerbehindert und habe jahrelang im sozialen Bereich gearbeitet, war viele Jahre in der Pflege und bei der Schuldnerberatung tätig.“ Die Beratung ist kostenfrei. „Die EUTB berät die Menschen unabhängig. Sie sollen dabei unterstützt werden, selbst Entscheidungen zu treffen“, erklärt Edith Bartelmes, ZsL-Regionalstellenleiterin. „Dazu müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Unser bestehendes Netzwerk werden wir nutzen, damit die Menschen sich nicht von einer Stelle zur nächsten durchfragen müssen.“

Die Berater werden neben dem Standort Bitburg auch in den Verbandsgemeinden Sprechstunden anbieten.  Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises, lobte die gute Zusammenarbeit, die seit zehn Jahren mit dem ZsL bestehe. „Wir sollten uns vor Augen führen, dass wir auch selbst mal in diese Situation kommen könnten, wo wir Hilfe brauchen“, sagt Joachim Kandels, Bürgermeister der Stadt Bitburg. Und Isabel Lutz, Teamleiterin Reha bei der Agentur für Arbeit, lobte die ausgesprochen gute Zusammenarbeit seit zehn Jahren mit dem ZsL, das nicht nur langjährige Erfahrung habe, sondern auch über ein gutes Netzwerk verfüge.

Sprechzeiten: montags bis mittwochs: 10 bis 16.30 Uhr, donnerstags: 13 bis 18 Uhr, freitags: 10 bis 14 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Telefon: 06561/6703801. Per E-Mail: eutb-bitburg@zsl-mainz.de