| 21:13 Uhr

Neue Fläche für die letzte Ruhe

FOTO: ARRAY(0x16d71e7d0)
Daun. Möglichst bald soll es in Daun eine Naturbegräbnisstätte geben. Der Stadtrat hat einen Grundsatzbeschluss gefasst und dafür Flächen auf dem Gelände des städtischen Friedhofs auf dem Wehrbüsch ins Auge gefasst. Bislang gibt es im Kreis Vulkaneifel solche Angebote in Jünkerath und in Gerolstein. Stephan Sartoris

Daun. Die Form, die Menschen für die letzte Ruhe wählen, hat sich deutlich verändert. Und die Entwicklung hat sich auch in der Stadt Daun schnell vollzogen. Dominierte bis vor nicht allzu langer Zeit noch der Sarg, liegen die Urnenbestattungen mittlerweile deutlich vorn. Diese Form wurde bei den Begräbnissen in der Stadt Daun in den vergangenen fünf Jahren in gut 70 Prozent gewählt.
Weniger Aufwand für Grabpflege



Ein Grund: Die Angehörigen haben damit weniger Aufwand für die Grabpflege. Aber es gibt auch immer mehr Menschen, die nicht auf einem Friedhof klassischer Prägung beerdigt werden wollen, sondern auf einer Naturbegräbnisstätte.
Ein Trend, der längst auch in der Eifel angekommen ist. Nach Jünkerath und Niederweiler (Eifelkreis Bitburg-Prüm) ist das seit 2013 auch in Gerolstein möglich. Für diese spezielle Form eines Bestattungswalds gibt es unterschiedliche Bezeichnungen wie Friedwald, Gedächtniswald, Ruhehain oder Ruheforst.
Auch die Stadt Daun beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit dem Thema und trägt der Entwicklung nun Rechnung: Der Stadtrat hat einstimmig die Einrichtung einer Naturbegräbnisstätte beschlossen. Begründung: Das Interesse ist da, warum sollte es also ein solches Angebot nicht auch in Daun geben?
Auch über den Platz ist entschieden worden: ein Areal auf dem städtischen Friedhof auf dem Wehrbüsch. Dort ist vor Jahren sehr großzügig erweitert worden, Flächen im oberen Teil sind deshalb ungenutzt. Vorgesehen ist, dort die Naturbegräbnisstätte einzurichten. Bei den Überlegungen, wie das Gelände - mit möglichst geringem Aufwand und überschaubaren Kosten - ansprechend gestaltet werden kann, bekommt die Stadt wissenschaftliche Unterstützung.
Zwei Professorinnen und Studenten der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter (bei Bonn) haben sich das Gelände auf dem Wehrbüsch-Friedhof bereits angeschaut. Sie sind derzeit dabei, ein Konzept für die Naturbegräbnisstätte zu erstellen, das nach den Sommerferien vorgestellt werden soll. Geplant ist, dass dort ab 2016 Beerdigungen möglich sein werden.Extra

Was ist eine Naturbegräbnisstätte? Auf einer Naturbegräbnisstätte gibt es keine abgegrenzten Gräber. Die Urnen mit der Asche der Verstorbenen werden unter einem Baum oder einem Findling vergraben. Daher entfällt die Grabpflege, auch Grabsteine gibt es nicht. Als Kennzeichnung können an den Bäumen oder den Findlingen zum Beispiel Schilder oder religiöse Symbole angebracht werden. Jeder kann sich dort bestatten lassen, die Konfession spielt keine Rolle. Naturbegräbnisstätte, Friedwald, Gedächtniswald, Ruhehain, Ruheforst, Begräbniswald: Gibt es da einen Unterschied? Alle diese Begriffe bezeichnen dasselbe. Aber manche dieser Begriffe wie beispielsweise Friedwald oder Ruheforst sind rechtlich geschützt, deshalb die verschiedenen Bezeichnungen. sts

Auf dem Areal des städtischen Friedhofs auf dem Wehrbüsch plant die Stadt Daun eine Naturbegräbnisstätte. TV-Foto: Klaus Kimmling
Auf dem Areal des städtischen Friedhofs auf dem Wehrbüsch plant die Stadt Daun eine Naturbegräbnisstätte. TV-Foto: Klaus Kimmling FOTO: (e_daun )