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Neues Pflaster für ehemalige Stolperfalle

Segmentbogen nennt der Fachmann die Pflasterung, die Helmut Eichhorn und Horst Wesse (von links) in der Verbindung von Himmeroder zur Feldstraße in Wittlich verlegen. TV-Foto: Klaus Kimmling
Segmentbogen nennt der Fachmann die Pflasterung, die Helmut Eichhorn und Horst Wesse (von links) in der Verbindung von Himmeroder zur Feldstraße in Wittlich verlegen. TV-Foto: Klaus Kimmling
Wittlich. Das marode Kopfsteinpflaster auf der Verbindung neben dem Platz an der Lieser zur Feldstraße hat ausgedient. Nun wird die Fahrbahn asphaltiert. Geschäftsinhaber klagen über weniger Kunden während der Bauarbeiten.

Wittlich. Stein neben Stein setzen Horst Wesse und Helmut Eichhorn von der Firma Scholtes aus Kinderbeuern, klopfen jeden mit dem Hammer fest. Die Fugen dazwischen sind bald verschwunden; sie werden zunächst mit Sand, dann mit einem Zementgemisch zugeschlämmt. "Das wird dann ganz eben", sagt Horst Wesse.
Während die Arbeiter im Bereich der Parkplätze an der Verbindung zwischen Himmeroder und Feldstraße rötliche Steine verlegen, wirken die auf dem Platz grau. "Das sind die gleichen Porphyr-Blöcke", weiß Wesse, "die neuen dunkeln mit den Jahren nach." An den anderen Stellen seien noch brauchbare alte Steine wiederverwendet worden, teilt Stadtpressesprecher Jan Mußweiler mit.
Das Natursteinpflaster war im Bereich der Fahrbahn lose, einzelne Elemente teilweise gebrochen. Partiell wurden defekte Fugen mit Bitumen ausgebessert. "Wir hatten hier drei Unfälle, weil Passanten hingefallen sind", sagt Christian Brauch von der Altstadtapotheke. "Für mich war sichtbar, dass hier was im Argen liegt." Laut Stadt wäre es unwirtschaftlich gewesen, das alte Pflaster zu reparieren.
Das Problem: Der 45 Meter lange Straßenabschnitt wird stärker befahren als vorgesehen - er sollte nur dem Anliegerverkehr dienen. Heute läuft der gesamte Verkehr aus Richtung Marktplatz und Himmeroder Straße darüber. "Dafür war das Pflaster nicht dauerhaft geeignet", teilt Mußweiler mit. Deshalb bekommt die Fahrbahn eine Asphaltschicht.
Begonnen haben die Arbeiten Mitte Oktober. Zuerst entfernten die Arbeiter mit Presslufthämmern die alten Steine und die darunter liegende Betonschicht. Die Straße wird wie geplant ab Donnerstag, 6. November, wieder befahrbar sein, sagt Mußweiler. Die Marktstände, derzeit verlegt auf den Marktplatz, ziehen am 7. November wieder auf den Platz an der Lieser. Er sei zwar informiert worden, dass die Straße drei Wochen lang saniert werde, sagt Jürgen Werner vom Bistro/Café Carpe Diem am Platz an der Lieser. "Aber mir hat keiner gesagt, dass es so laut werden würde." Wäre ihm das bekannt gewesen, hätte er eine Woche lang zu gemacht. Stattdessen hatte er - bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen - erst ab 16 Uhr geöffnet, normalerweise beginnt er um 10 Uhr. "Bei dem Krach hätte sich keiner auf die Terrasse gesetzt", sagt er. Drinnen habe sogar die Theke vibriert.
"Es kommen weniger Kunden", sagt Elfriede Apel, Mitarbeiterin bei EP Herber in der Feldstraße. "Viele denken, wir haben den Laden geschlossen."
Zumindest werden laut Stadtverwaltung von den Anliegern keine Beiträge zu den Baukosten von voraussichtlich 57 000 Euro erhoben. Nach Abschluss der Arbeiten wird die alte Verkehrsführung in der Himmeroder Straße wieder hergestellt. Die Verbindung bleibe verkehrsberuhigter Bereich, erklärt Mußweiler, und auch die drei Parkplätze werden wieder eingerichtet. Elfriede Apel begrüßt den neuen Straßenbelag. "Für uns wird es jetzt ruhiger als vorher." Doch habe sie die Befürchtung, dass die Autos dann auch schneller fahren. mehi