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Nur das Bett muss der Gast selber machen

Familien mit Kindern im Visier: Die Dauner Eifelmaar-Jugendherberge will den Anteil von Familien unter ihren Gästen von derzeit 24 Prozent auf 30 Prozent steigern.Foto: TV-Archiv/Helmut Gassen
Familien mit Kindern im Visier: Die Dauner Eifelmaar-Jugendherberge will den Anteil von Familien unter ihren Gästen von derzeit 24 Prozent auf 30 Prozent steigern.Foto: TV-Archiv/Helmut Gassen
DAUN. Mit Freizeit-Trends wie Nordic Walking und Wildnis-Training wirbt die Eifelmaar-Jugendherberge Daun um mehr Kurzurlauber. Erklärtes Ziel sind 30 000 Übernachtungen pro Jahr.

Während sich zwischen 2001 und 2004 die Zahl der Übernachtungen im Dauner Jugendgästehaus zwischen 23 000 und 24 500 eingependelt hat, hält die Betriebsleiterin der Jugendherberge, Renate Mechenbier, weiter fest an ihrem ehrgeizigen Ziel von 30 000 Übernachtungen im Jahr (der TV berichtete).Familien nach Schulklassen die größte Gästegruppe

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt sie vor allem auf Familien, die mit 24 Prozent aller Buchungen (nach Schulklassen mit 46 Prozent) den zweitgrößten Anteil der Kunden ausmachen. Das Potenzial dieser Kundengruppe hält Mechenbier für ausbaufähig: "Bei den Familien halte ich eine Steigerung auf 30 Prozent für möglich." Eine Möglichkeit, mehr Besucher in die Dauner Eifelmaar-Jugendherberge zu locken, sieht sie in einem breiten Freizeitangebot. Besonders familienfreundlich am Jugendgästehaus Daun sind die zeitlich flexiblen Mahlzeiten und auch die Ausstattung der Räume. Zudem wird Eltern eine Betreuung ihrer Kinder angeboten, wenn sie eine Abendveranstaltung besuchen möchten. Seit einiger Zeit bietet das Jugendgästehaus Daun Familien und Schulklassen Gelegenheit, ihren Aufenthalt mit einem Erlebnis orientierten Wildnis-Training zu verbinden. Die Gäste können dabei in Begleitung eines geschulten "Eifel-Scouts" zum Beispiel lernen, Spuren zu lesen, Kräuter- und Heilpflanzen zu bestimmen oder wetterfeste Hütten zu bauen. Eine Lehrerin, die bereits zum zweiten Mal mit einer Klasse die Dauner Jugendherberge besucht, ist von dem Angebot ganz angetan: "Das Naturerlebnis ist für einige der Schüler völlig neu." Natürlich müssen Freizeitpro-gramme für die entsprechenden Zielgruppen erschwinglich sein, genauso wie die Preise für Übernachtung und Frühstück (pro Person 16,50 Euro). Bei einem Familienaufenthalt sind Kinder im Alter bis einschließlich zwei Jahre frei, Kinder im Alter von drei bis vierzehn Jahren erhalten 50 Prozent Ermäßigung. "Ansonsten ist der einzige Unterschied der, dass Sie bei uns noch den Tisch abräumen und Ihr Bett selbst machen müssen", sagt Mechenbier. Obwohl Ferien in Jugendgästehäusern im Vergleich zu Hotels oder Pensionen immer noch günstiger sind, müssen jene dennoch "Hotel ähnlich geführt" werden. Wirtschaftlichkeit sei für ihre Arbeit ein maßgebliches Kriterium, sagt die Betriebsleiterin. Immerhin hat das Dauner Jugendgästehaus mit 147 Betten einen Jahresumsatz von 350 000 Euro zu verzeichnen, und bietet zwölf Mitarbeitern und einem Zivildienstleistenden Arbeitsplätze. Sorgen bereite ihr bei der Auslastung der Eifelmaar-Jugendherberge vor allem das unberechenbare Eifeler Klima und die Konkurrenz zu anderen Herbergen in der Region. Bei aller Begeisterung für ihren Beruf und die Bewirtungs-Branche schließt Mechenbier das Gespräch mit einem Stirnrunzeln: "Die Kooperation, die es früher einmal gab, indem man zum Beispiel Touren von einer Herberge zur nächsten angeboten hat, ist weitgehend eingeschlafen. Sie wieder aufzuwecken dürfte ein schwieriges Unternehmen sein, zumal die neuen Kollegen in Manderscheid und Prüm aus der Hotellerie kommen. Nur wir und die Leitung der Jugendherberge in Gerolstein sind noch von der alten Schule."