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Kunst
Zeugnis einer vergangenen Zeit

Die „Schalkenmehrener Mühle“ vor 70 Jahren, gemalt von Pitt Kreuzberg.
Die „Schalkenmehrener Mühle“ vor 70 Jahren, gemalt von Pitt Kreuzberg. FOTO: tv / Hartmut Flothmann
Schalkenmehren. Pitt Kreuzbergs Werk „Die Schalkenmehrener Mühle“ ist nun im Museum vor Ort zu sehen.

Vor 70 Jahren malte der 1888 in Ahrweiler geborene Künstler Pitt Kreuzberg „Die Schalkenmehrener Mühle“, in herbstlichen Acryl-Farben. Signatur: Pitt Kreuzberg 1948. Das Bild gehört zu seinen eindrucksvollen Landschaftsmalereien im Großformat, die nur selten auf Auktionen angeboten werden.

Die Gebrüder Rau, Eigentümer der Pitt-Kreuzberg-Galerie, erwarben das Bild jüngst aus Privatbesitz und zeigten es aus Anlass des 130. Geburtstages des Künstlers - er ist am 30. Mai 1888 geboren - erstmals öffentlich in der Pitt-Kreuzberg-Galerie.

Heute sind die Bilder des über 50 Jahre in seiner Wahlheimat Schalkenmehren arbeitenden Malers auch historische Zeitzeugnisse aus dem Maaredorf von 1913 bis 1965. Mittlerweile sind viele seiner Sujets aus der Dorfansicht verschwunden.

Die Bildbeschreibung „Die Schalkenmehrener Mühle“: Von einem erhöhten felsigen Standort im Vordergrund fällt der Blick des Betrachters in ein sanft geschwungenes Tal hinab, das sich weit vor ihm ausbreitet, durchschnitten von einer Ansammlung von Nadelbäumen inmitten ausgedehnter Felder und Wiesenflächen, durch die sich der Schalkenmehrener Bach mäandert.  Hinter dem herbstlichen Laubwald im Hintergrund zeichnen sich Bergkuppen ab in der aufsteigenden Landschaft, begrenzt von dunklen Höhenzügen in der Ferne.

Bei aller künstlerischen Freiheit lässt sich dieses Bild leicht verorten und demonstriert in eindrucksvoller Weise die Gesetze der Perspektive.

Unter dem typischen Kreuzberg-Himmel schmiegt sich, etwa in der Bildmitte, der Gebäudetrakt der Schalkenmehrener beziehungsweise  Lieser-Mühle harmonisch in die Mittelgebirgslandschaft ein. Hinter ihr erhebt sich am Fuße des Mühlenberges die mächtige Nadel-Baumgruppe.

Im Vordergrund sieht man Landwirt Viktor Michels aus Schalkenmehren bei der Arbeit, der als einer der wenigen Besitzer von Kühen in jener Zeit sein Feld zwischen den Weihern der Schalkenmehrener Mühle pflügt.

Die Schalkenmehrener Mühle war eine kurtrierische Mühle, die um 1514 erbaut wurde. Ihr letzter Müller war Matthias Lieser, nach dem die Mühle auch ihren Namen erhielt.

Bis zum Jahr 1960 wurde die Mühle noch als Schrotmühle verwendet. Leider steht derzeit nur noch das alte Fachwerk-Mühlengebäude, das zudem in höchstem Maße baufällig ist.